Generalinspekteur Breuer: Wir werden immer kriegstüchtiger

An der Spitze der Bundeswehr steht ein ehemaliger Messdiener. Bei einer Tagung über Krieg und Frieden in Kirchenräumen bezeichnet er sich als Kriegsgegner. Und führt aus, warum er Abschreckung für alternativlos hält.
KNA 06.11.2026


Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer hat die Deutschen aufgefordert, die von Russland ausgehende Bedrohung ernst zu nehmen. Frieden und Freiheit in Europa seien heute so bedroht, „wie ich es in meinen 42 Jahren als Soldat bisher nicht erlebt habe“, sagte der oberste Soldat der Bundeswehr am Donnerstagabend bei der Tagung „Krieg und Frieden“ des Bistums Regensburg.

Breuer verwies auf Aussagen von Russlands Machthaber Wladimir Putin, der sich nach seinen eigenen Worten in einem unversöhnlichen Kampf gegen den Westen befinde. Deutschland habe sich entschieden, diese Aggression nicht hinzunehmen. „Wir sind der Motor der europäischen Abschreckung und werden immer kriegstüchtiger“, sagte der Generalinspekteur.

Der Offizier räumte ein, dass das Wort „kriegstüchtig“ bedrohlich klinge, nach einer Zeit, die wir eigentlich hinter uns lassen wollten. Er selbst sei auch ein Kriegsgegner und hoffe, dass die für die Bundeswehr angeschafften neuen Waffen nicht eingesetzt werden müssten. Die Bereitschaft dazu müsse aber vorhanden sein, denn „Putins Absichten enden nicht an den Grenzen der Ukraine“.

Der Katholik und ehemalige Messdiener sagte, er sehe darin keinen Widerspruch zum christlichen Friedensgebot. „In weiten Teilen von Kirche und Gesellschaft war Militär nicht immer als legitimes Mittel der Verteidigung anerkannt“, das sei ihm bewusst. Aber die aktuelle Situation zwinge zum Umdenken. „Unterlassen sei kein moralischer Zufluchtsort, sondern die aktive Entscheidung, Leid in Kauf zu nehmen.“

Breuer sagte: „Militär ist nie eine Lösung. Punkt. Aber es könne eine Situation so einhegen, dass Diplomatie greift.“ Angesichts der aktuellen Lage hielte er es indes für unverantwortlich, nur auf Kooperationsprogramme und Völkerverständigung zu setzen. Die Bundeswehr müsse jetzt zeigen, „dass wir unser Land und unsere Bürger schützen können“.

Gegen Desinformation und gegnerische Propaganda helfe nur Information. Dazu gehöre auch, sich Diskussionen mit der Zivilgesellschaft zu stellen. Umso wichtiger seien Tagungen wie diese.

 

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