160 Staaten wollen Einhaltung des Kriegsrechts verbessern

Mehr Schutz für die Zivilbevölkerung, sichere Hilfskorridore und klare Regeln für neue Technologien: 160 Staaten haben Empfehlungen zur besseren Einhaltung des humanitären Völkerrechts erarbeitet.
KNA 04.11.2026


Bildquelle: Pixabay

Rund 160 Staaten haben Vorschläge für besseren Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten erarbeitet. Die am Dienstag vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) veröffentlichten Leitlinien sollen dazu beitragen, die Einhaltung des humanitären Völkerrechts zu verbessern. Sie sollen als Grundlage für weitere Beratungen bei einem globalen Dialog in Genf und einer hochrangigen Konferenz im Dezember in Jordanien dienen.

Die Empfehlungen betreffen unter anderem den Schutz lebenswichtiger Infrastruktur und die Sicherung der Versorgung mit Wasser, Strom und medizinischen Leistungen. So schlagen die Leitlinien etwa Schutzzonen rund um wichtige Einrichtungen, eine bessere Abstimmung zwischen zivilen und militärischen Stellen sowie sichere Seekorridore für Hilfslieferungen vor.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit neuen Technologien und Informationen. Staaten sollen unter anderem die Überprüfung von Angaben über mögliche militärische Ziele verbessern und Regeln für die Nutzung digitaler Geräte im militärischen Einsatz festlegen. Zudem sollen auch Risiken wie sexuelle Gewalt und die Rekrutierung von Kindern eingedämmt werden.

Die Leitlinien befassen sich darüber hinaus mit der Sprache und Darstellung von Konflikten. Staaten sollen Feindbildern und Erzählungen entgegenwirken, die bestimmten Menschen oder Bevölkerungsgruppen den Anspruch auf Schutz absprechen. Dazu gehören Empfehlungen für den Sprachgebrauch von Streitkräften sowie für die politische Bildung.

Die Vorschläge wurden nach Angaben des IKRK von 27 Staaten aus fünf Kontinenten in verschiedenen Themenbereichen erarbeitet. Sie sollen angesichts von weltweit mehr als 130 bewaffneten Konflikten dazu beitragen, das politische Bekenntnis zum humanitären Völkerrecht in praktische Schritte zu übersetzen.

IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric forderte die Staaten auf, die Regeln des humanitären Völkerrechts auch bei militärischen Entscheidungen konsequent zu berücksichtigen.

 

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