Darum feiern Menschen jetzt Fasching, Fastnacht oder Karneval

Alte Traditionen und neue Ideen an den buntesten Tagen im Jahr Konfetti, Kostüme, Kamelle: In vielen Regionen herrscht für 5 Tage der Ausnahmezustand. Wer mitfeiert, genießt die Heiterkeit im grauen Winter. Hinter vielen Bräuchen steckt derweil noch mehr.
Von Paula Konersmann (KNA) 28. Januar 2026

Mit der Bezeichnung fünfte Jahreszeit können Rheinländer, Mainzer, Bayern und auch die Basler alle etwas anfangen. Doch der Lokalpatriotismus steckt den Narren im Blut, deswegen feiert jede jecke Region schon namentlich anders: Fasching, Fastnacht oder Karneval.

Das närrische Treiben wirft aber auch darüber hinaus manche Fragen auf.

Woher kommt die Tradition?

Ohne Ostern keine Fastnacht. Denn vor der Fastenzeit galt es einst, Fleisch und verderbliche Lebensmittel- auch Bier- zu vernichten, am besten bei einem großen gemeinsamen Fest.
Die Fastenzeit als Vorbereitung auf das höchste christliche Fest Ostern beginnt am Aschermittwoch (in diesem Jahr am 18. Februar) und dauert vierzig Tage (ohne die Sonntage). Bis heute wird Karneval hauptsächlich in katholisch geprägten Regionen gefeiert.

Wann beginnt die fünfte Jahreszeit?

Die Session wird am 11.11. um 11.11 Uhr eröffnet. Die Gründe für die Vorliebe der Narren für die Zahl Elf sind nicht eindeutig geklärt, aber lassen sich schon im 14. Jahrhundert belegen. Die 11 wird manchmal als Zahl interpretiert, die die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe symbolisieren soll. Ab dem Elften im Elften gibt es Sitzungen mit Tanzgruppen, Reden und Musikbands. Diesen Veranstaltungen sitzt oft ein sogenannter Elferrat vor. Der Höhepunkt wird im Frühjahr beim Straßenkarneval erreicht: Sechs Tage lang, von Donnerstag bis Dienstag, wird mit großen Umzügen und Veranstaltungen gefeiert. Kleinere Umzüge gibt es schon in den Vorwochen.

Und wann ist der Spaß vorbei?

In der Nacht zum Aschermittwoch endet die närrische Zeit- auch das in der Regel nicht sang- und klanglos oder gar still. In Köln etwa wird eine Strohpuppe verbrannt: der Nubbel, als Verantwortlicher für die Ausschweifungen während des Karnevals; in Düsseldorf und am Niederrhein wird der Hoppeditz zu Grabe getragen, in Bonn werden die leeren Geldbörsen im Rhein ausgespült. Auch in der schwäbisch alemannischen Fastnacht gibt es den Brauch, dass die Fasnet- meist in Form einer Strohpuppe- verbrannt wird. Mancherorts fällt auch der Narrenbaum, ein weiteres Symbol für die Fastnacht, den Flammen zum Opfer.

Was bedeuten die verschiedenen Namen?

Die fünfte Jahreszeit hat viele Namen: In Bayern, Österreich und Sachsen ist der Begriff Fasching gebräuchlich. Er leitet sich vom Fastenschank ab, also dem letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit. In Teilen Bayerns, Südwestdeutschlands und der Schweiz wird dagegen Fastnacht/Fasnacht gefeiert.
Karneval gibt es vor allem im Rheinland. Das Wort stammt wahrscheinlich vom Mittel lateinischen carne levare, was Fleisch wegnehmen bedeutet.

Ebenso werden die einzelnen Tage unterschiedlich benannt.
Die Fastnachtswoche beginnt im schwäbisch alemannischen Raum mit dem schmotzigen Donnerstag, im Rheinland dagegen mit der Weiberfastnacht und im Harzer Land mit dem Fetten Donnerstag.
Es folgen der Nelkensamstag, der Orchideen- oder Tulpensonntag, der Rosenmontag und schließlich der Veilchendienstag, der auch Fastnachtsdienstag genannt wird.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Regionen?

Im rheinischen Karneval spielen der Straßenkarneval mit kölschem Liedgut und vielfältigen Kostümen eine zentrale Rolle, die manche von Jahr zu Jahr wechseln.
In der schwäbisch-alemannischen Fastnacht behalten die Träger ihre Masken stets bei.
Oft ist es üblich, sie von Generation zu Generation zu vererben.

Warum verkleidet man sich?

Der Fantasie sind bei den Kostümen kaum Grenzen gesetzt. Ursprünglich spielte die Idee, in eine andere Rolle zu schlüpfen- und damit die Machtverhältnisse auf den Kopf zu stellen- eine entscheidende Rolle. Im 19. Jahrhundert ließen sich auf diese Weise Kontakte über Klassen- und Standesgegensätze hinweg knüpfen.
Heute gibt es eher Debatten darüber, welche Verkleidungen noch vertretbar sind: Wann wird es sexistisch oder rassistisch? Wo beginnt kulturelle Aneignung? Sind Verkleidungen als Winnetou oder Old Shatterhand noch okay?

Was hat es mit dem Prinzenpaar auf sich?

Der Prinz ist in vielen Regionen das Oberhaupt der Narren. Er regiert allein, mit einer Prinzessin, einem Zeremonienmeister oder in einem Dreigestirn. Die Analogie zum Adelstitel, die sich auch in einer festlichen Uniform spiegelt, deutet auf die Umkehrung der Verhältnisse hin.

 

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