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1. Online-Seminar der GKS im Jahr 2021

GKS / Bund / Online-Seminar / Allgemeiner Gesellschaftsdienst

Wir freuen uns, dass wir auch im Jahr 2021 die schon Tradition gewordenen Online-Seminar fortsetzen können.
Am kommenden Dienstag, den 26. Januar 2021, um 19.30 Uhr ist es so weit.

Der Präsident des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr

Prof. Dr. Patrick Sensburg (MdB)

spricht mit uns über das Thema:

Allgemeiner Gesellschaftsdienst – Das Wir stärken – das Ich fördern

In den letzten Jahren wurde und wird in Deutschland immer wieder diskutiert, ob die Aussetzung der Wehrpflicht richtig war, ob unseren jungen Menschen durch das Fehlen von Wehr- und Ersatzdienst nicht eine Chance genommen würde und nicht zuletzt, ob unsere ehrenamtlichen Strukturen in den Vereinen, Verbänden und Blaulichtorganisationen, die Bundeswehr und auch die pflegerischen und sozialen Berufe die jungen Kräfte auf Zeit nicht dringend benötigten. Modelle wie der Bundesfreiwilligendienst und „Dein Jahr für Deutschland“ wurden entwickelt und werden mit Erfolg angenommen. Die Frage, ob ein Pflichtdienst eine bessere Alternative wäre, steht weiter im Raum. Das Thema ist aktuell und von politischer Bedeutung, da alle im Bundestag vertretenen Parteien zu dieser Frage Stellung genommen haben und intensive Diskussionen immer wieder aufflackern. Es ist zu erwarten, dass im Super-Wahljahr 2021 das Thema Allgemeiner Gesellschaftsdienst weiter heiß diskutiert werden wird.
Wir freuen uns ganz besonders über diesen Abend, denn wir haben hier die Möglichkeit, die Position des Reservistenverbandes genauer kennen zu lernen.
Die GKS tritt bereits seit mehreren Jahren für einen Europäischen Gesellschaftsdienst ein. Der Sachausschuss Sicherheit und Frieden, der sich federführend für die GKS mit dieser Frage befasst, hat hierzu bereits detaillierte Ausgestaltungsideen entwickelt. Auch über diese wird Zeit sein, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.
Bitte melden Sie sich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 26. Januar 2021, 8.00 Uhr an, damit wir Ihnen einen Teilnahmelink schicken können.

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Herzlichen Glückwunsch!

GKS/Kreis München/Januar 2021


Die Holocaust-Überlebende Henriette Kretz (86) ist für ihr Engagement bei der Vermittlung der Schrecken des Nationalsozialismus mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet worden.


Frau Kretz war in den Jahren 2019 ( https://gemeinschaft-katholischer-soldaten.de/verband/unser-verbandsleben/168-zeitzeugengespraech ) und im Februar 2020 ( https://gemeinschaft-katholischer-soldaten.de/verband/unser-verbandsleben/230-niemand-wird-als-moerder-geboren-zeitzeugengespraech-mit-der-holocaust-ueberlebenden-henriette-kretz ) Gast der durch den GKS-Kreis München veranstalteten Zeitzeugengespräche.


Henriette KretzMit großer Offenheit, Eindringlichkeit und den Menschen zugewandt, berichtete sie dabei in beeindruckender Weise über ihre Lebensgeschichte und den ihrer Familie angetanen Verbrechen.

Die Verfolgung der Familie von Henriette Kretz begann unmittelbar nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. Die Familie floh nach Lemberg, später nach Sambor, wo sie ins jüdische Ghetto umsiedeln musste. Henriette Kretz überlebte in verschiedenen Verstecken, darunter in einem katholischen Waisenhaus. Ihre Eltern wurden vor ihren Augen erschossen.

Henriette Kretz2In seiner Gratulation schreibt der Vorsitzende des GKS-Kreises München, Hauptmann Stefan Nüßle: „Herzlichen Dank für Ihr uneingeschränkt beispielgebendes Engagement, von welchem wir insbesondere im Rahmen der zurückliegenden Zeitzeugengespräche profitieren durften. Herzlichen Dank hierfür! Bleiben Sie uns bitte auch weiterhin verbunden. Wir zählen auf Sie!“

Herzlichen Dank!

Bilder: Hptm Thomas Kreil, OStFw Bruno Haelke

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NATO Semper Reformanda Est
Das Bündnis im Wandel

Autor: Josef Blotz, stellvertretender Kommandierender General des Eurokorps in Straßburg

Generalmajor Josef BlotzGeneralmajor Josef Blotz 
Der folgende Beitrag erscheint wenige Tage nach den US-Präsidentschaftswahlen, deren mögliche Folgen auch für die Zukunft der NATO zum Redaktionsschluss für diesen Beitrag nicht absehbar waren. Der Leser*in mag sie aus aktueller Sicht in den hierbei aufgezeigten Kontext einordnen und nicht zögern, mit Leserbriefen an den AUFTRAG Stellung zu nehmen.

Die Pressemitteilungen aus dem NATO-Hauptquartier in Brüssel sprachen nach den Frühjahrstreffen der Außen- und Verteidigungsminister im April 2020 eine für viele von uns ungewohnte Sprache und lenkten den Blick auf eine Reihe von Besonderheiten: Beide Formate wurden erstmals als Videokonferenzen abgehalten; beide standen im Zeichen der COVID-19-Pandemie; zum ersten Mal nahm Nordmazedonien als der neue, 30. Alliierte teil; und schließlich (dies war allerdings keine Überraschung) beteiligten die Verteidigungsminister auch Vertreter*innen der Europäischen Union und mit Schweden und Finnland zwei nicht der NATO angehörende Nationen an ihren Beratungen zu ausgewählten Themen. Selbstverständlich ging es auch um klassische Themen, die seit Jahren kennzeichnend sind für so gut wie alle Tagesordnungen des höchsten NATO-Gremiums, des North Atlantic Council (NAC): Die laufenden Einsätze, die Zusammenarbeit mit Partnern, das Verhältnis zu Russland und nunmehr auch der topaktuelle Auftrag an die Reflection Group der NATO, die die Vision der Allianz für das Jahr 2030 formulieren soll.

Dieser Schnappschuss aus dem gegenwärtigen Leben und Funktionieren des vor 71 Jahren gegründeten erfolgreichsten politischen und militärischen Bündnisses der Geschichte wäre, – wenn die Fantasie der Stäbe, die die Zukunftsszenarien für Übungen anlegen, denn ausgereicht hätte – in den 1960er Jahren, aber auch noch in den 1980er Jahren als besonders kreativ, vermutlich aber als wirklichkeitsfremd verworfen worden. Heute gehören diese Themen, ihre politisch-strategischen Kontexte und die Art und Weise der Beratungen selbst auf dieser Ebene (Videokonferenz!) zum business as usual.

Eine der Antworten auf die Frage, warum dieses Bündnis im Wandel der Zeit noch immer sein Geld wert ist und von Alliierten wie Gegnern für relevant gehalten wird, liegt in seinem Willen und seiner Fähigkeit, sich angesichts höchst wechselvoller Veränderungen anzupassen und immer wieder zu reformieren. Und hieraus erklärt sich die gewählte Überschrift, die in ihrer Ursprungsform „Ecclesia Semper“ „Reformanda Est“ dem heiligen Augustinus zugeschrieben wird. Er stellte mit Blick auf die Kirche fest, was, man verzeihe mir die Analogie, auch auf die NATO zutrifft: Das Erfordernis permanenter Selbstreflexion und die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in bewegten Zeiten immer wieder auf die raison d’être zu besinnen. Nicht zuletzt steht dieses Motto aber auch für den nicht gering zu erachtenden Mut zur Anpassung an die Herausforderungen von heute und morgen. Insofern trifft in seiner zugespitzten Form nicht zu, was man noch 2019 in einem Fachartikel über die Weiterentwicklung der NATO lesen konnte: „Seit 2014 befindet sich die Allianz im Wandel.“ Nein, sie war immer im Wandel – und musste es sein!

Moment der Abstimmung

Ich hatte als Director Operations International Military Staff im NATO-Hauptquartier Anfang September 2014 beim NATO-Gipfel in Newport (Wales) die Gelegenheit, schon an den vorbereitenden Arbeiten beteiligt gewesen zu sein und dann jenen in der Tat besonderen Gipfel, der ein halbes Jahr nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland stattfand, hautnah zu erleben. Ich erinnere mich an den Moment der Abstimmung über den Tagesordnungspunkt „2 Prozent-Guideline“ und daran, wie Obama, Cameron, Hollande, Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs ihr Einverständnis gaben. In der Wales Summit Declaration vom 5. September 2014 hieß es dann: „We agree to reverse the trend of declining defence budgets, to make the most effective use of our funds and to further a more balanced sharing of costs and responsbilities. We [...] aim to increase defence expenditure in real terms as GDP allows; aim to move towards the 2 percent guideline within a decade ...“

Das Salz in der Suppe lag und liegt immer noch, wie wir heute sehen, in den Feinheiten der Formulierungen. Damit wird auch klar, dass die „2 Prozent-Guideline“ nicht von den Amerikanern oder von Donald Trump, der 2014 noch nicht als US-Präsident gehandelt wurde, dem Bündnis aufgezwungen wurde. Wir alle waren dafür. An dieser Stelle mag die Feststellung genügen, dass es sich bei den zweifellos besonders gewichtigen Beschlüssen von Wales (im Hinblick auf zentrale Projekte der Allianz damals auch „Ankündigungsgipfel“ genannt) in der Tat um eine Weichenstellung handelte, die angesichts der sehr ernsten, neuen Herausforderungen keineswegs als routinemäßige Anpassungen anzusehen waren. Der „Umsetzungsgipfel“ von Warschau (Juli 2016) und die Gipfel von Brüssel (Juli 2018) und London (Dezember 2019) haben zweifellos ein neues Kapitel in der Geschichte der NATO aufgeschlagen, das noch für eine Weile sorgfältig auszubuchstabieren und umzusetzen ist. Es muss festgehalten werden, dass die Höhe der Verteidigungsausgaben, die Prioritäten bei Investitionen, aber auch eine faire Risiko- und Lastenverteilung zwischen uns Alliierten zum Standard-Themenkanon dessen gehören, was das Bündnis im Wandel der Zeit immer auf der Agenda hatte – und was es trotz des inhärenten, unvermeidlichen Konfliktpotenzials aushalten können muss.

2014 – die neue Phase des Bündnisses

Die Geschichte der NATO – deren Gründung durch zunächst zwölf Nationen beiderseits des Nordatlantiks mit dem Ende der Berlin-Blockade zusammenfiel, also einer Zeit, in der sich das Bündnis lediglich mit einer einzigen, klar definierten Bedrohung befassen musste – in zwei Kapiteln „Kalter Krieg 1949 bis 1990“ und „Danach“, zu schreiben, wäre zwar keine falsche, aber doch eine zu grobe Einteilung. Sie ließe nicht nur außer Acht, dass wir gerade seit 2014 von einer neuen Phase sprechen müssen, die, nota bene, keiner Renaissance des Kalten Krieges nahekommt, sondern einen notwendigen, umfassenden Anpassungsprozess darstellt. Sie würde auch über Konflikte und Kontroversen hinweggehen, die das Bündnis in den sieben Jahrzehnten seines Bestehens immer wieder auf sich selbst, seinen Auftrag und seine Unverzichtbarkeit hinsichtlich Abschreckung, Verteidigungsbereitschaft, Stabilität und Rüstungskontrolle verwiesen haben. Die zeigten, dass die NATO, die vor immer mehr und immer komplexere Herausforderungen gestellt wurde, als eine im Wesentlichen politische, dann aber notwendigerweise militärische Koordinationsplattform eine hohe Bedeutung für sich selbst und darüber hinaus für bedeutende Spieler bis jenseits des definierten Bündnisgebietes (z. B. in Afghanistan und im Irak) erhalten und behalten hat.

Stellvertretend für solche Wendepunkte, die in Höhepunkte der Bündnissolidarität, in lageangepasste neue Strategien und, schließlich, in die Stärkung ihrer Abschreckungsfähigkeit übersetzt werden konnten, seien genannt: die Niederschlagung der Volksbewegungen in der DDR (1953), in Ungarn (1956) und in der Tschechoslowakei (1968) durch die Sowjetunion. Die Bedrohung durch die SS-20- Rüstung der Sowjetunion ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre, die aus Sicht des Warschauer Paktes nolens volens und dank Helmut Schmidt und des historischen Doppelbeschlusses der NATO zu einer der Vorstufen für den historischen Wandel in Europa ab 1989 wurde. Die Erweiterungsrunden der NATO ab den 1990er Jahren bis heute. Das qualitativ und quantitativ stark zunehmende Engagement des Bündnisses in Operationen und Ausbildungsmissionen („NATO as a training Alliance“) fernab des Bündnisgebietes, insbesondere nach 9/11, und mit der neuen Aufgabe, einen Beitrag für den Kampf gegen den Terrorismus zu leisten. Und schließlich Krim 2014 mit den anschließenden, die Sicherheit im euro-atlantischen Raum berührenden Kämpfen im ost-ukrainischen Donbas.

Den Wandel kritisch wie konstruktiv mitgestalten

Für Deutschland und die Bundeswehr führten diese Etappen ein ums andere Mal zu Reformschüben, ab den 1990er Jahren in Form von umfangreicheren Auslandseinsätzen und der Übernahme größerer Verantwortung im Kontext der NATO Response Force. So ist es gerade für uns immer wichtiger geworden, Optionen der Weiterentwicklung des Bündnisses aus deutscher Perspektive zu bewerten und den Wandel kritisch wie konstruktiv mitzugestalten. Ausweislich des gültigen Weißbuchs der Bundesregierung von 2016 besteht denn auch für uns kein Zweifel an der Bedeutung der NATO und unserem Bekenntnis zu ihr. Als politische und militärische Kooperationsplattform ist sie gerade für Deutschland alternativlos. Vor diesem Hintergrund möchte ich einige wenige Konstanten und Variablen des Prozesses permanenter Weiterentwicklung der NATO skizzieren.

Center of Gravity

Als thematischer Dauerbrenner ist, unabhängig von Raum und Zeit, alles und jedes anzusehen, das die Herzkammer des Bündnisses ausmacht: Seine Kohäsion und Solidarität. Dieses nach innen wie hinsichtlich ihrer Wahrnehmung der Geschlossenheit auch nach außen wichtige, in allen Stürmen zu wahrende Center of Gravity ist der Garant für die Zukunftsfähigkeit des Bündnisses. Kein Zweifel: Gerade in diesen Tagen werfen Konflikte zwischen Alliierten an der Südostflanke, das Verhalten Russlands oder Reizthemen im transatlantischen Verhältnis (Lastenteilung, Abzug von US-Truppen aus Deutschland) Fragen auf. Mit dem Verweis auf das Center of Gravity muss es jedoch gelingen, den notwendigen Konsens immer wieder neu herzustellen und durch praktische und konkrete Maßnahmen zu untermauern.

Das Verhältnis zu Russland konstruktiv und gleichzeitig realistisch zu gestalten ist eine Daueraufgabe, der zu dienen der NATO-Russland-Rat einst geschaffen worden war. Aktuell steht das Bündnis vor der Herausforderung, auf Russlands Bruch des INF-Vertrages durch die bedrohliche Stationierung und Modernisierung von Mittelstreckenwaffen in Europa (SS-C-8) ebenso zu reagieren wie auf Russlands hybride Strategie, die auch Angriffsoptionen und die Drohung mit Atomwaffen einschließt. Das Bündnis war mit amerikanischen Atomwaffen und europäischen Trägermitteln stets (und ist unverändert) auch ein nukleares Bündnis, das dieses Element seiner Abschreckungsfähigkeit politisch, militärisch und technologisch genauso glaubwürdig erhalten muss wie seine konventionellen, Cyber- und Raketenabwehr-Dispositive. Daran lässt kein Alliierter, auch Deutschland nicht, einen Zweifel zu. Ein einseitiges Aufgeben der nuklearen Abschreckungsfähigkeit, die notwendigerweise auf den Säulen „Risikoteilung“ und „nuklearer Teilhabe“ (und somit auf dem Mitspracherecht) ruht, würde die Sicherheit des Bündnisses beeinträchtigen und Anreize für Russland, auf Rüstungskontrollbemühungen der NATO einzugehen, obsolet machen.

Zusammenarbeit NATO und EU

Die politische und militärische Zusammenarbeit zwischen NATO und EU ist enorm wichtig. Beide großen und mit ihren spezifischen Fähigkeiten und Mandaten unverzichtbaren Organisationen schaffen es trotz überwiegend gleicher Mitgliederstrukturen aus politischen Gründen leider noch immer nicht in völlig zufriedenstellender Weise, den Grad an Komplementarität zu erreichen, der zur optimalen Zusammenarbeit mit Blick auf Herausforderungen der internationalen Politik erforderlich ist. Eine resiliente und handlungsfähige EU stärkt auch die transatlantische Sicherheit. Der von Deutschland nachhaltig verfolgte Prozess des „Strategischen Kompasses“, ein wichtiges Projekt für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft in diesem Halbjahr unter dem Motto „selbstbewusst europäisch, überzeugt transatlantisch“, muss auf eine abgestimmte Bedrohungswahrnehmung in der EU abzielen – neben einer langen Liste von gemeinsam entwickelten Projekten der Zusammenarbeit eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen fruchtbaren Dialog mit der NATO. Es ist offenkundig, dass das seit fast 30 Jahren hervorragend funktionierende Eurokorps in Straßburg, dessen Alleinstellungsmerkmal die einsatzorientierte Fähigkeit der Zusammenarbeit mit NATO und EU ist, hier eine Vorreiterrolle einnehmen kann.

Die faire Lasten- und Risikoteilung und, in einem Atemzug damit genannt, die Daueraufgabe der Stärkung des europäischen Pfeilers des Bündnisses sind Themen, die sich zwar nicht mit dem Rechenschieber allein abhandeln lassen, die aber nach dem Prinzip der Einstimmigkeit unter allen 30 Nationen besser geregelt werden müssen, als dies zurzeit der Fall ist (80 Prozent der Verteidigungsausgaben der NATO kommen aus Staaten, die nicht der EU angehören). Die Corona-Krise und die damit zusätzlich belasteten (Verteidigungs-)Haushalte der Alliierten bergen zusätzliche Risiken.

Culture of Readiness

Und schließlich (noch einmal: kein Anspruch auf Vollzähligkeit!) das Thema Readiness. Ohne moderne, optimal ausgerüstete und ausgebildete, interoperabel einsatzbereite Truppen aller Kategorien wäre das Bündnis nicht glaubwürdig. Daran zu arbeiten, die erforderlichen Mittel bereitzustellen und hinsichtlich ihrer Eignung nicht nur reality checks, sondern future checks vorzunehmen, gehört zur DNA der NATO seit 1949. Aktuell steht dafür die Implementierung der auf dem Gipfel von 2018 beschlossenen „NATO Readiness Initiative“, die auf eine US-Initiative zurückgeht und mittlerweile als „4x30-Programm“ bekannt wurde. NRI zielt auf die Erhöhung der Einsatzbereitschaft und die Etablierung einer „Culture of Readiness“. Welche mit diesen und weiteren Konstanten in Zusammenhang stehenden Variablen, die ihrerseits das Potenzial haben, zu Konstanten zu werden, prägen das Bündnis aktuell?

Einige Beispiele pars pro toto:

  1. Die geopolitischen Herausforderungen durch China, das Verhältnis der NATO zu dieser aufstrebenden Weltmacht und zum gesamten pazifischen Raum.
  2. Die vielfältigen Herausforderungen in den Dimensionen Cyber Space und Weltraum.
  3. Die Corona-Krise als aktuelles Symbol schlechthin für die Fähigkeit des Bündnisses, auf neue, auch ihre Effektivität berührenden Phänomene zu reagieren und abgestimmte Maßnahmen zu ergreifen: Entwicklung eines NATO-Operationsplans für abgestimmte Aktivitäten gegen Pandemie-Effekte; Sicherstellung medizinischer Ausrüstung und mobiler Krankenhäuser; Bildung eines Fonds zur Finanzierung notwendiger Aktivitäten; Unterstützung von Partnern. Auch solche Schritte zementieren Kohäsion und Solidarität des Bündnisses.
  4. Die Stärkung der Resilienz der zivilen Verteidigungsbereitschaft für Eventualfälle ist ein in den letzten Jahren zunehmend wichtiger gewordenes Thema, das zwar schon im Washingtoner Vertrag von 1949 angesprochen, aber nach 1990 in den Hintergrund getreten war. Es steht dafür, dass die NATO nicht nur ein militärisches Bündnis im engeren Sinne ist, sondern auf Grundlage eines weit gefassten Sicherheitsbegriffs handeln muss.
  5. Reflection Process: Ende 2019 wurde der NATO- Generalsekretär vom NAC gebeten, einen forward looking reflection process einzuleiten, der auf die Stärkung der politischen Dimension des Bündnisses zielt. Die Kernelemente sind Einheit (oder Einigkeit), Kohäsion und Solidarität des Bündnisses und die Verbesserung des Transatlantic Bond. Es ist vorgesehen, dass die NATO-Reflexionsgruppe, deren einstiger Co-Vorsitzenden der ehemalige Bundesminister der Verteidigung Thomas de Maizière ist, den Nationen ihre Empfehlungen so vorstellt, dass sich der nächste NATO-Gipfel damit befassen kann. Jens Stoltenberg hat klargemacht, dass diese Überlegungen zu einer NATO 2030 nicht auf ihre Neuerfindung hinauslaufen, sondern darauf abzielen, die Allianz in einer unsicheren Welt stärker und sicherer zu machen.

Die NATO wird nie abgeschlossen und für immer reformata sein. Aber solange wir alle an unserem Platz dafür Sorge tragen, dass das semper reformanda gelebt wird, bin ich sicher, dass wir auch in Zukunft eine erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Allianz im Wandel der Zeit erleben werden. Sie muss nicht nur kontinuierlich gestärkt und gefördert, sondern sollte als Koordinationsplattform und relevanter Spieler auch genutzt werden. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte im Sommer 2020: „Wir stehen vor globalen Herausforderungen. So müssen wir einen globalen Ansatz verfolgen.“

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Nadin Schley
Freie Journalistin & Redakteurin
Eberhard-Roters-Platz 14
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Friedensbegriff des Christentums

Gekommen, um Frieden zu bringen

Autorin: Sylvia vom Holt

Selbstverständlich hat Frieden im Christentum eine sehr hohe Bedeutung. Wer will das ernsthaft bestreiten. Die Frage ist nur, welcher Friede gemeint ist. Ein Blick in das Neue Testament, die verschriftlichte Ur-Kunde des christlichen Glaubens, kennt jedoch irritierende Aussagen in Bezug auf Frieden, die einer Erklärung bedürfen. So sagt Jesus beispielsweise über sich: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen (wörtlich ‚zu werfen‘). Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen (‚zu werfen‘), sondern das Schwert“ (Mt 10,34). Ist Jesus also ein Kriegstreiber, ein Kreuzritter gar? Nein, Jesus ruft zu einer Entscheidung im Glauben auf, die zu klaren Unterscheidungen führt, was mit dem Wort Schwert zum Ausdruck kommt. Denn letztlich bleibt eine Glaubensentscheidung familiär und gesellschaftlich nicht ohne Folgen, zieht Konsequenzen nach sich.

„PAX facere“ – Friedensmacher

Der Streit um eine Sache steht nicht im Widerspruch zum hohen Gut des Friedens. Wie sieht es dann mit dem großen Weltfrieden aus? Ein Zitat aus der Bergpredigt ist hierbei populär geworden: „Glückselig die, die Frieden bewirken, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Mt 5,9). „Frieden bewirken“? Ja, denn der griechische Ausdruck, der an dieser Stelle steht, lässt sich wortwörtlich mit „Friedensmacher“ übersetzen (vgl. Rudolf Schnakenburg, Kommentar zum Matthäusevangelium). Folgerichtig verwendet die lateinische Übersetzung zutreffend das Wort „pacificus“, das eine Zusammenziehung von „pax facere“ ist, das heißt: Frieden tun, machen, bewirken. Das Wort Pazifismus leitet sich hiervon ab. Ursprünglich bezog sich jene Seligpreisung wohl auf die Auseinandersetzungen rund um die früh(jüdisch)christlich Gemeinden mit ihren vielfältigen Richtungskonflikten und hatte keine weltpolitische Dimension. Dies kann insofern nicht ganz verwundern, als die ersten Christen noch mit der baldigen Wiederkunft ihres Herrn Jesus Christus rechneten, so dass Weltfriedenspolitik, wie wir sie heute verstehen, nicht auf der Agenda stand. Nun blieb aber die sichtbar erfahrbare Wiederkunft Jesu Christi aus. Ein Blick in die Briefe des Apostel Paulus vermag, das damit verbundene Problem auf der Zeitachse einzuordnen. Aber Entscheidungen im Hier und Jetzt standen an, vor allem als wenig später Christinnen und Christen im Römischen Reich gesellschaftliche und politische Verantwortung übernommen hatten, und zwar auch für Frieden und Krieg.

Wie kann wirklicher Friede gelingen?

Besonders Augustinus (354–430 n. Chr.) war es, der die beim römischen Rhetor und Philosophen Cicero (106–43 v. Chr.) anzutreffenden Äußerungen zum „Gerechten Krieg“ (bellum iustum) aufgriff, diese entfaltete und präzisierte, und zwar im Hinblick auf friedenspolitische Entscheidungen im Kontext des römischen Staats. Diese sogenannte Bellum-iustum-Theorie hat später der Philosoph und Theologe Thomas von Aquin (1225–1274) systematisiert. Im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges, der sogenannten Konfessionskriege, offenbarte sich, dass jene Lehre in eine Krise geraten war. Wie kann wirklicher Friede gelingen unter den Bedingungen der sich herausbildenden Nationalstaaten und der scheinbar nicht zu überbrückenden konfessionellen Gegensätze? In diesem Zusammenhang wird wiederholt deutlich, dass Christinnen und Christen große Verantwortung für Frieden in der Welt haben, unter welchen Bedingungen auch immer.

Lehre vom „Gerechten Frieden“

Nach mehreren grausamen Kriegen und unvorstellbaren Gewaltausbrüchen im 20. Jahrhundert haben Christinnen und Christen begonnen, eine Lehre des gerechten Friedens zu entwickeln. War die Lehre des gerechten Krieges eine Gewaltbegrenzungstheorie auf normativer Ebene, so ist der Anspruch der Lehre des gerechten Friedens der, die Bedingungen und Umstände, die Krieg und Gewalt begünstigen und befördern, strukturell zu beseitigen. Das heißt, gerechte Strukturen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik tragen nicht unerheblich dazu bei, das Ausbrechen von Krieg und Gewalt zu minimieren. Dass Gerechtigkeit und Frieden zwei Seiten einer Medaille sind, wird an einer Stelle im Psalter, dem Gebetsbuch Israels, in poetischer Weise formuliert: „Gerechtigkeit und Friede küssen sich“ (Ps 85,11). Auch vor diesem Hintergrund lässt sich die Seligpreisung „Glückselig die, die Frieden bewirken, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Mt 5,9), tatsächlich als eine Aufforderung verstehen, Frieden in der Welt aus christlicher Verantwortung heraus aktiv mitzugestalten. Denn gerade der jesuanische Geist, der in dieser Seligpreisung so unverkennbar zum Ausdruck kommt, ist zugleich Movens für Christeninnen und Christen, sich für einen gerechten Frieden in dieser Welt einzusetzen. Dass dieser stets brüchig ist, ist bekannt.

Da Christinnen und Christen keine weltfremden Schwärmerinnen und Schwärmer sind, wissen sie, dass es den himmlischen Frieden in dieser Welt nicht geben wird. Schon einige sind in der Geschichte im vermeintlichen Namen Jesu oder auch ohne ihn aufgetreten, um den ewigen Frieden herzustellen; am Ende haben sie eine Hölle hinterlassen. Ewiger Frieden oder Hölle auf Erden – ist das die Alternative?

Dennoch wissen sich Christinnen und Christen von ihrem Glauben her dazu aufgerufen, alles zu tun, gerechten Frieden mit nachdrücklichem Druck und nicht nachlassendem klugen Engagement sanftmütig anzustreben und diesen zugleich von Gott zu erbitten. „Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land (= die Erde) erben“ (Mt 5,5). Hiermit sind alle Menschen engesprochen, unabhängig davon, ob sie Christen sind oder nicht, angesprochen. Gerechter Friede kennt schließlich keine Bekenntnisgrenzen; denn auch hier gilt ein Wort Jesu uneingeschränkt bis heute: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16).

Die Autorin Sylvia vom Holt ist Pastoralassistentin mit Schwerpunkt Militärseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Insbesondere während ihres Theologiestudiums wurde ihr bewusst, dass sie die Kategorialseelsorge fasziniert – pastorale Arbeit an Orten, die auf den ersten Blick wenig mit Kirche zu tun haben. Doch gerade in diesen speziellen Bereichen, beispielsweise in der Polizeiseelsorge, im Katastrophenschutz oder in der Militärseelsorge, wird die Arbeit als Theologin oder Seelsorgerin dringend gebraucht. Deshalb hat sie sich für eine Ausbildung als Pastoralreferentin in der Militärseelsorge entschieden, weil sie der Mensch unter der Uniform interessiert.

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Flyer Telearbeit

GKS / Information

Telearbeit und mobiles Arbeiten sind aus dem dienstlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Gerade in der COVID-19-Pandemie hat sich dies überdeutlich gezeigt. Aber auch in normalen Zeiten nimmt die Bedeutung von Telearbeit und mobilem Arbeiten zu, denn die Lebensentwürfe der Soldatinnen und Soldaten sind in ihrer Vielfalt ein Spiegelbild unserer offenen und demokratischen Gesellschaft mit sich wandelnden Vorstellungen, Notwendigkeiten und Bedürfnissen.
Besonders das Spannungsfeld der Vereinbarkeit von Familie und Dienst hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend gewandelt. Familien tragen mehr noch als in der Vergangenheit die zusätzlichen Lasten des Soldatenberufes. Hier bieten die verschiedenen Modelle der Telearbeit und des mobilen Arbeitens große Chancen der Entlastung.
Trotz vorhandener Regelungen ist die Umsetzung jedoch weiterhin von Unsicherheiten, Vorbehalten und Vorurteilen geprägt.
Die GKS macht mit diesem Flyer ein Angebot zur Verbesserung der Handlungssicherheit von Soldat*innen und Vorgesetzten und liefert einen Beitrag zur Diskussion der Maßnahmen des Programms „Innere Führung heute“.

Gerne senden wir Ihnen den Flyer auch in gedruckter Form zu.

Bitte wenden Sie sich an die Bundesgeschäftsstelle
per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder
Mobil: 0170-3115216.

Anhang:
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Mitteilung des Bundesvorstands
Corona und GKS-Veranstaltungen

GKS / Corona und GKS-Veranstaltungen

Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin in erheblichem Maße unser Leben: Die Regierung ruft auf, Verantwortung zu übernehmen, und insbesondere die persönlichen sozialen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren.
Dieser Aufruf gilt auch für uns als Gemeinschaft! In Verbindung mit den derzeitigen Auflagen, z.B. dem Beherbergungsverbot für touristische Reisen waren wir deshalb gezwungen, alle Präsenzveranstaltungen bis zum Ende des Jahres abzusagen. Auch wenn jetzt viel Hoffnung in den angekündigten Impfstoff gesetzt wird, können wir nicht davon ausgehen, dass wir zu Beginn des Jahres 2021 zur Normalität zurückkehren können.

Um für Verantwortliche und Teilnehmende ein Mindestmaß an Planbarkeit herbeizuführen, hat der Bundesvorstand festgelegt, dass GKS-Veranstaltungen bis auf weiteres nur als Tagesveranstaltungen angeboten werden dürfen. Für ein Themenwochenende bedeutet das konkret, dass sich die Veranstaltung auf den Samstag konzentriert, die An- und Abreise aber am Freitag bzw. am Sonntag möglich ist. An diesen Tagen wird jedoch kein Programm angeboten.
Ferner wird keine Kinderbetreuung angeboten. Für Kinder ab 12 Jahren besteht die Möglichkeit, an der Veranstaltung im Vortragsraum teilzunehmen.
Selbstverständlich werden während der Veranstaltung alle in der Militärseelsorge sowie den Tagungshäusern geltenden Regelungen, insbesondere die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Mit kameradschaftlichen Grüßen
GKS-Bundesvorstand

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Der Volkstrauertag – ein Ritual mit Resonanz?

von General a.D. Wolfgang Schneiderhan

GKS / Bund / Volkstrauertag

Wolfgang SchneiderhahnBild: Volksbund dt.Kriegsgräberfürsorge

Der November ist ein grauer Monat. Dazu passen die drei offiziellen Trauertage: Allerheiligen und Allerseelen, an denen die Gläubigen (vor allem die katholischen) für die Toten beten, der Volkstrauertag und der Totensonntag. Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag, es gibt ihn seit 1922. Damals wurde der Toten des Ersten Weltkrieges gedacht, die Flaggen auf halbmast gehisst. Die Nationalsozialisten beraubten ihn seines Charakters als Tag der Trauer und der Solidarität mit den Trauernden und kreierten ihn in ihrem Sinne zum „Heldengedenktag“. In den fünfziger Jahren wurde er in der Bundesrepublik Deutschland wieder eingeführt. Traditionell wurde am Volkstrauertag an die gefallenen Soldaten in den beiden Weltkriegen erinnert. Seit einigen Jahren gilt das Gedenken allen „Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“ auf der ganzen Welt.

Totengedenken, Kranzniederlegung, getragene Musik, ernste Reden: Die Gedenkveranstaltungen folgen einem bestimmten Ritual. „Ritual“ klingt häufig nach: Wir haben es schon immer so gemacht. Wenn etwas „ritualisiert“ ist, klingt es nach Erstarrung.

Auch wenn man manchen Ritualen kritisch gegenübersteht, haben sie häufig doch einen Sinn: Sie geben Einzelnen einen Rahmen und schaffen damit eine Gemeinschaft, sie halten soziale Gruppen, manchmal sogar Gesellschaften zusammen. Der Einzelne fühlt sich einbezogen, wenn er mit anderen bestimmte Handlungen vollzieht und dabei vielleicht ähnliche Gefühle hegt.
Tatsächlich ist unser Leben von Ritualen eingerahmt. Viele Menschen pflegen sie, weil sie ihnen Sicherheit geben, kleine und größere Gruppen beschwören sie. Gottesdienste haben feste Abläufe ebenso wie Vereidigungen und Verabschiedungen von Ministerinnen und Ministern, die Sieger-pose bei Sportveranstaltungen – man denke an die XL-Champagnerflasche bei Autorennen oder auch die Rituale von Mannschaften vor dem Spiel, die Gesänge und die La Ola-Wellen des Publikums.

Rituale sind mentale Erinnerungsorte. Aber ein Ritual wirkt nicht aus sich selbst heraus, es bedarf der inhaltlichen Fundierung. Beim Volkstrauertag ist sie gegeben. Die Geschichte des Volkstrauertages spiegelt die deutsche und europäische Geschichte. Wenn nun fast 100 Jahre, nachdem er ins Leben gerufen wurde, „der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ gedacht wird, schließt das die zivilen Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen ein. Gedacht wird nicht mehr ausschließlich der Soldaten, die in den Kriegen ihr Leben ließen, sondern auch der Bombenopfer, der auf der Flucht Verstorbenen, der zu Tode gekommenen Kriegsgefangenen und vor allem auch der Opfer des Ho-locaust, der ermordeten Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen. Erst so wird das ganze Schreckensbild eines Krieges sichtbar, wird deutlich, dass ein Krieg nicht nur eine Angelegenheit des Militärs ist, sondern die gesamte Gesellschaft in den Abgrund zieht.

Die Menschen, derer während des Volkstrauertages gedacht wird, haben eines gemein: Sie sind gewaltsam gestorben. Trotzdem sind sie im Tod nicht alle gleich, so wenig wie sie es im Leben waren. Die in einem Konzentrationslager ermordete Jüdin und ihr Mörder, der bei einer Vergeltungsaktion starb, die verbrannten Bewohner eines Dorfes und der Brandstifter in deutscher Uniform: Sie waren nie gleich und sind es auch posthum nicht. Zum Erinnern gehört h Differenzieren, das Benennen von Schuld und Verantwortung. Dies macht nichts ungeschehen, aber es ist die notwendige Voraussetzung für Versöhnung und Verständigung, die wiederum die conditio sine qua non eines jeden dauerhaften Friedens sind. Sie ist eine Botschaft, die jährlich vom Volkstrauertag ausgeht.

Kann der Volkstrauertag junge Menschen ansprechen? Für fast alle Jugendlichen in diesem Land ist Frieden und Freiheit selbstverständlich. Krieg findet in Geschichtsbüchern und Medien statt. Für fast alle. Mit den Geflüchteten kamen 2015 junge Menschen nach Europa, die ähnliches erlebt hatten wie viele Menschen während des Zweiten Weltkrieges und der Jahre danach: Todesangst, Todesgefahr, Grausamkeit und Gewalt in jeglicher Form, Vertreibung und Flucht, Verlust von allem, was ihnen lieb und wichtig war. Im Rahmen des Volkstrauertages 2016 ließ der Volksbund junge Geflüchtete in der Gedenkstunde im Plenarsaal von ihren Erfahrungen berichten. Der Kriege und seine Folgen sind gegenwärtig.

„Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“ – das sind die Opfer von Bürgerkriegen unserer Tage, Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr und Mitarbeitende von Hilfsorganisationen, die bei Auslandseinsätzen ihr Leben verloren haben. Diese Erweiterung des gedanklichen und gedenkenden Radius ist wichtig. Es handelt sich nicht nur um die Vergangenheit, es geht auch um die Gegenwart. Krieg und Gewalt, Tod und Vergewaltigung, Flucht und Vertreibung schauen uns nicht aus einem Geschichtsbuch heraus an, sondern aus den Medien, die wir täglich wahrnehmen. Der Krieg und seine Drohung sind in unserer Welt omnipräsent, auch in Europa. Damit die Notwendigkeit, sich für den Frieden zu engagieren, allgegenwärtig.

Dies muss auch im eigenen Land geschehen, indem man die eigene Gesellschaft friedfertig und friedensfähig hält. Denjenigen entgegenzutreten, die den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg für eine historische Lappalie halten, denen zu widersprechen, die Menschen anderer Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung ausgrenzen wollen, gegen die zu protestieren, die meinen, Demokratie und Grundrechte für alle seien ein Luxusgut, das wir uns nicht mehr leisten könnten, ist nicht immer einfach. Es fordert Zivilcourage von jeder und jedem Einzelnen. Demokratie ist anstrengend. Frieden braucht Mut. Der Volkstrauertag erinnert daran, was geschieht, wenn uns dieser Mut verlässt. Ohne Frieden ist alles nichts.

Das Ritual des Volkstrauertags führt Menschen zusammen, im Trauern, im Gedenken und im Nachdenken. Das wiederkehrende und rituell vollzogene Gedenken entwickelt Resonanz – hoffentlich in breiten Teilen der Gesellschaft. Wenn wir keine weiteren „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ hinnehmen wollen, müssen wir uns engagieren. Der Volkstrauertag erinnert daran – und ist daher heute so aktuell wie vor hundert Jahren.

General a.D. Wolfgang Schneiderhan war von 2002 bis zu seinem Dienstzeitende 2009 Generalinspekteur der Bundeswehr. Seit vielen Jahren wirkt er im Präsidium des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., dem er seit 2017 als Präsident vorsteht.

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Zum Tod von Prälat Walter Theis

GKS / Bund / Walter Theis

Uns erreichte die traurige Nachricht, dass der ehemalige Geistliche Beirat der GKS, Herr Leitender Militärdekan Prälat Walter Theis, völlig überraschend verstorben ist.
Prälat Theis war von 1981 bis 2001 der Geistliche Beirat auf Bundesebene und zugleich als Leiter des Referats „Kirche und Gemeinde“ auch Beauftragter des Militärbischofs für die Zentrale Versammlung, den Vorläufer des Katholikenrats. Die Begleitung des Laienapostolats in der Kirche unter Soldaten war ihm eine echte Herzensangelegenheit, die er mit großem Engagement und Freude ausübte. Dies tat Prälat Theis insbesondere auch, weil dadurch aus seiner Sicht das partnerschaftliche und mündige Miteinander in der katholischen Kirche und damit auch die gelebte Gemeinschaft aller Christen deutlich erlebbar werden konnte. Dies zu unterstützen war für ihn eine wichtige Aufgabe seines priesterlichen Wirkens.
Mit hoher inhaltlicher Kompetenz ausgestattet, diplomatisch, fröhlich und immer bereit, das Seine dazu beizutragen, forderte er uns Laien immer wieder auf, in allen Lebensbereichen Zeugnis für unseren Glauben abzugeben. die Zeichen der Zeit zu erkennen und unser Handeln und den Verband daran auszurichten.
Er prägte entscheidend das Selbstverständnis unserer Gemeinschaft auch und gerade in den Zeiten des notwendigen Wandels in den 80er und 90er Jahren, arbeitete an entscheidender Stelle mit bei der inhaltlichen Aufstellung des Verbandes und war den Mitgliedern des Bundesvorstands ein treuer seelsorglicher und geistlicher Begleiter. Viele Entwicklungen der Gemeinschaft in diesen Jahren tragen dabei seine Handschrift. So schlug er im Jahr 1985 der Bundeskonferenz vor, eine offene Akademie ins Leben zu rufen und diese nach dem im Jahr 1983 verstorbenen ersten Sprecher des Königsteiner Offizierkreises Oberst Dr. Helmut Korn zu benennen.
Wichtig war ihm auch immer, den Blick über den Tellerrand, auf das Gesamtkatholische, nicht zu vernachlässigen. Deshalb engagierte er sich im und für das Apostolate Militaire International (AMI), durch das die katholischen Soldaten eine eigene, hörbare Stimme in der Weltkirche bekamen. Besonders kamen ihm dabei seine Sprachkenntnisse und die Auslandserfahrung aus den Vereinigten Staaten als Militärseelsorger zu Gute.
Für seine hochengagierte Erfüllung seines Dienstes als Geistlicher Beirat wurde Prälat Theis im Oktober 1987 als erste Persönlichkeit mit dem neu geschaffenen Großen Kreuz der GKS ausgezeichnet.
„Dass ich Ihrem Tun weiterhin verbundenen bleibe, ist selbstverständlich“, waren seine Schlussworte, bei seiner Rede zur Verabschiedung im Rahmen der 41. Woche der Begegnung im Jahr 2001. Und er blieb diesem Versprechen treu. Noch bis kurz vor seinem Tode war Prälat Theis der Arbeit der GKS eng verbunden. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, so letztmalig bei einer Veranstaltung im Katholischen Militärbischofsamt vor wenigen Tagen, sprach er mit Begeisterung von den Erinnerungen an seine GKS. Gut informiert über die aktuellen Entwicklungen in der Gemeinschaft waren diese bei solchen Anlässen immer auch wieder Gesprächsthemen.
Als Priester des Bistums Mainz verbrachte Prälat Theis seinen wohlverdienten Ruhestand, in den er nach 35 Jahren im Dienst der Militärseelsorge im Jahr 2003 versetzt wurde, in seinem Heimatbistum Mainz wo er in der zweiten Novemberwoche 2020 verstarb.

Wir werden Prälat Walter Theis ein ehrendes Andenken bewahren und bitten unseren Herren und Gott, ihm den ewigen Frieden zu schenken.

Andreas Quirin
Stabshauptmann und Bundesvorsitzender

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5. GKS-Online-Seminar

GKS / Berlin / Online-Seminar / Der Synodale Weg- Ein Jahr gemeinsam auf dem Weg

 

Herzliche Einladung zum Online-Seminar der GKS

Der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland –
Ein Jahr gemeinsam auf dem Weg


Am 1. Advent 2019, also fast genau vor einem Jahr, wurde der Synodale Weg der kath. Kirche in Deutschland feierlich eröffnet. Mit der Vollversammlung und in den 4 Synodalforen wurden Formate für offene Debatten und eine verantwortliche Teilhabe von Frauen und Männern, Laien und Klerikern aus allen Bistümern, den Verbänden, Organisationen und Kongregationen geschaffen. Ermöglicht werden soll so eine konzentrierte, verbindliche Auseinandersetzung über wichtige Fragen in unserer Kirche und die Erfahrung, dass Kirche ein guter Ort ist, um den Glauben zu leben und ihn in unsere Gesellschaft hineinzutragen. Der Prozess wurde auf zwei Jahre angelegt, wäre also jetzt in der Hälfte der Zeit angelangt. Durch die Corona-Pandemie und die daraus begründeten strengen Auflagen insbesondere für größere Versammlungen wurde der Zeitplan durcheinandergerüttelt, aber die Arbeit ist in der Zwischenzeit in anderen Organisationsformen wieder aufgenommen worden.

Wir freuen uns deshalb ganz besonders, dass uns

Oberst i.G. Dr. Burkhard Köster

als Impulsgeber und Gesprächspartner in unserem Online-Seminar zur Verfügung stehen wird. Oberst Dr. Köster ist vom Katholikenrat beim Kath. Militärbischof ins ZdK entsandt und als solcher Mitglied in der Synodalversammlung und im Synodalforum 3 “Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“. Er steht also mittendrin, kann aus erster Hand berichten und mit uns ins Gespräch kommen und vielleicht auch den ein oder anderen Gedanken aus unserem Gespräch mit in seine Arbeit beim Synodalen Weg nehmen.

Die Veranstaltung findet
am Dienstag, den 17.November 2020
von 19.30 – 21.00 Uhr statt.

Wie es schon gute Tradition ist, wird es nach einem Einführungsvortrag viel Zeit geben, um miteinander über diese Thematik, die uns alle angeht, ins Gespräch zu kommen.
Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.

Um alles gut vorbereiten zu können, bitte ich um

Anmeldung bis zum 16. November 2020, 8.00 Uhr

unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zeitgerecht vor der Veranstaltung werde ich Ihnen dann eine Mail mit den Zugangsdaten und weiteren Hinweisen zusenden und stehe auch bei technischen Fragen bereit.

Bis dahin alles Gute und bleiben Sie gesund!

Beste Grüße

Regina Bomke
Bundesgeschäftsführerin der GKS

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Herzliche Einladung

GKS/Bereich West/Offizier-Akademie/Wohin steuert die NATO?

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Gemeinschaft Katholischer Soldaten,

das Katholische Militärdekanat Köln, die Thomas-Morus-Akademie und die GKS West laden wieder ein zur traditionellen

Offizier-Akademie
vom 03. - 04. Dezember 2020

Leider coronabedingt abgesagt!

in die Thomas-Morus-Akademie nach Bergisch Gladbach - Bensberg.

Das Thema der Akademie lautet diesmal:

"Wohin steuert die NATO? –
Zur Zukunft des globalen Bündnissystems
angesichts komplexer Anforderungen"

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie in der beigefügten Anlage zum Downloaden.

Auf Antrag kann bei Ihrem zuständigen Disziplinarvorgesetzen hierfür Sonderurlaub gewährt werden.

Anmeldeschluss ist der 12. November 2020
Zusendung der Anmeldebögen bitte ausschließlich an Ihr zuständiges Katholischen Militärpfarramt.

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch SIE in den schwierigen Corona-Zeiten unter Wahrung der Hygieneauflagen mit dabei sein könnten, um mit den hochkarätigen Referentinnen und Referenten mitzudiskutieren.
Seien Sie unser Gast im einzigartigen Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg.

Mit besten kameradschaftlichen Grüßen
Ulrich Schäffer
Bereichsvorsitzender GKS West

Aus dem Programm:

Über siebzig Jahre nach der Gründung der NATO steht das immer noch wichtigste Militärbündnis der Welt vor enormen Herausforderungen. Das betrifft zum einen die Aufgaben und Zielsetzungen: Einst gegründet „to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“, wie es der erste Gene­ralsekretär der NATO, Hastings Ismay in den 1950er Jahren formulierte, umfasst der Auftrag der NATO heute vielfältige und teilweise widersprüchliche Ziele. Denn im Spannungsfeld von globaler Friedens- und Stabilitätssicherung einerseits und andererseits der Aufgabe militärischer Abschreckung und Kampfbe­reitschaft sind strategische Zielkonflikte eine not­wendige Folge der inhaltlichen Überfrachtung des Bündnisses.
Die Herausforderungen resultieren zum anderen aber auch aus dem nachlassenden Verpflichtungs­grad, den die Bündnispartner gegenüber den Aufgaben und Anforderungen der NATO verspüren. Internationales Echo fand die Bemerkung des US-Präsidenten Donald Trump, der sie als überflüssig einstufte – aber fraglich bleibt beispielsweise auch, wie sich eine stärkere militärische Zusammenarbeit der EU-Länder oder gar eine europäische Armee auf die bereits geschwächte Binnenstatik der NATO ausüben würde.
Angesichts dieser vielfältigen Problemlagen ist danach zu fragen, was die Rolle der NATO in der Welt von morgen sein soll und welche Mittel sie dafür benötigt. Zu fragen ist auch danach, wie sie auf solche Akteure reagieren soll, die das Bündnis herausfor­dern oder handlungsunfähig erscheinen lassen.

Anhang:
Download this file (Flyer Offz-Akademie 03.-04.12.2020.pdf)Programm und Anmeldeformular[ ]526 kB

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4. GKS-Online-Seminar

GKS / Berlin / Online-Seminar / Atomare Abschreckung und die Haltung der katholischen Kirche

 

Herzliche Einladung zum Online-Seminar der GKS

Atomare Abschreckung
und die Haltung der kath. Kirche


„Hiroshima war ein echter Ethikunterricht über die Grausamkeit“ erklärte Papst Franziskus bei einer Pressekonferenz auf dem Rückflug von seinem Besuch in Japan im November 2019 und schloss daran die Forderung an, dass die moralische Verurteilung der Anwendung und des Besitzes von Atomwaffen in den Katechismus der Katholischen Kirche kommen müsse.
Er hat damit eine seit dem Zeitpunkt der ersten Einsetzbarkeit von Atomwaffen bestehende Diskussion über deren moralische Bewertung in den aktuellen Fokus gerückt und fordert drängend eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik in Kirche, Politik und Gesellschaft ein.
Als Katholikinnen und Katholiken, als Soldatinnen und Soldaten, als Bürgerinnen und Bürger eines Nato-Mitgliedsstaates betrifft uns diese Forderung in mehrfacher Weise und stellt uns vor enorme Herausforderungen.
Welche Haltung hat die Kirche in der Frage der atomaren Bewaffnung im Zeitverlauf eingenommen? Welche Urteilskriterien können für eine Beantwortung dieser komplexen Frage herangezogen werden? Was heißt dies alles für katholische Soldatinnen und Soldaten?
Im Online-Seminar werden wir versuchen Antworten und Annäherungen auf diese und viele weitere Fragen zu finden.

Wir freuen uns deshalb sehr, mit

Prof. i.R. Dr. Heinz-Günther Stobbe,

Moderator der AG „Gerechter Frieden“ der Deutschen Kommission Justitia et Pax ,
theologischer Friedensethiker

einen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet als Gesprächspartner für unser Online-Seminar zu haben.

Wie es schon gute Tradition ist, wird es nach einem Einführungsvortrag viel Zeit geben, um miteinander über diese Thematik, die uns alle angeht, ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung findet am
Mittwoch, den 04.November 2020
von 19.30 – 21.00 Uhr statt.

Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.

Um alles gut vorbereiten zu können, bitte ich um

Anmeldung bis zum 03. November 2020, 8.00 Uhr

unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zeitgerecht vor der Veranstaltung werde ich Ihnen dann eine Mail mit den Zugangsdaten und weiteren Hinweisen zusenden und stehe auch bei technischen Fragen bereit.

Bis dahin alles Gute und bleiben Sie gesund!

Beste Grüße

Regina Bomke
Bundesgeschäftsführerin der GKS

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Technologie, Fähigkeiten, Ethik

– eine Dreiecksbeziehung für die Streitkräfte im Zeitalter hybrider Verteidigungsstrategien

lautete der Titel des Online-Seminars der GKS in der 42. Kalenderwoche.
Referent und Impulsgeber war mit dem Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, ein veritabler Fachmann auf diesem Gebiet. Und so folgten mehr als 30 Personen der Einladung an diesem Online-Seminar teilzunehmen.

In der Gesellschaft und noch mehr in der Bundeswehr ist die zunehmende Technisierung und Automatisierung bereits strukturell angelegt – aufgrund der geringer werdenden Zahl zur Verfügung stehender Menschen und der immer höher werdenden Anforderungen ist sie notwendig, wenn wir mit den Aufgaben und ihrer Erfüllung Schritt halten wollen. Insoweit ist eine technische Weiterentwicklung ein Faktum, das nicht wegdiskutiert werden kann.

Ebenso zeigt uns die Erfahrung, dass alles, was vorstellbar ist, auch eine mögliche Zukunft darstellt und „Denkverbote“ im Bereich technischer Entwicklung keinesfalls dazu führen, dass diese Entwicklungen nicht gemacht werden.

Auf diesem Hintergrund gelte es, „die technischen Entwicklungen ethisch zu begleiten, ihre Folgen einzuordnen und ihre Verwendung aufgrund dieser ethischen Einordnung zu steuern“ formulierte Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks die Ausgangslage einer Ausführungen, „ denn technische Entwicklungen sind fast immer wertneutral, erst durch ihren Einsatz werden sie „gut“ oder „schlecht/böse“ “. So kann ein Nudelholz zur Erstellung köstlicher Kuchen verwendet werden, aber auch als Mordinstrument dienen.

Nachdem die Ausgangslage so abgesteckt war, näherten wir uns im Drei-Schritt der Ausgangsfrage, indem zuerst ein Blick auf die technischen Entwicklungen im aktuellen strategischen Umfeld geworfen wurde und damit auf Bereiche wie Drohnen, Systems of Systems, Drohnen, Vernetzung, Künstliche Intelligenz. Wo liegen Vorteile, welche Gefahren sind damit verbunden? Und wie sind diese ethisch zu bewerten?

Damit waren wir bereits mitten im zweiten Schritt angekommen. Ethik braucht ein Wertesystem, das als Bewertungsmaßstab an Sachverhalte, Folgenabschätzungen etc. an zu legen ist, um so die Entscheidung von „gut“ oder „böse“ treffen zu können. Hier bietet der christliche Glaube ein gutes Gerüst an Bewertungskriterien an, ausgehend von den 10 Geboten als Grundlage jeder christlich-ethischen Überlegung, über die Kriterien des gerechten Krieges bis hin zur Lehre vom Gerechten Frieden. Was aber bedeutet dies alles in unserer konkreten Situation gerade mit Blick auf die technischen Entwicklungen und die Streitkräfte? Zur Annäherung an eine Beantwortung dieser Frage ging es im dritten Schritt um die Folgerungen aus dem bisher gehörten. Häufig ist es so, dass die ethische Einordnung und Bewertung erst erfolgt, wenn eine technische Entwicklung bereits angewendet wird. Dann wird „plötzlich“ deutlich, dass mit dieser Anwendung Risiken verbunden sind oder großer Schaden angerichtet werden kann. Ethik ist heute häufig immer noch dazu verdammt aus der Rückschau zu bewerten. Damit wird aber die Chance verpasst, bereits ethisch steuernd in den technischen Entwicklungsprozess einzugreifen. Im Nachhinein Veränderungen zu erwirken bedarf eines immensen Kraftaufwandes und ein Erfolgt ist höchst unsicher. Notwendig wäre also die ethische Einmischung schon zu einem viel früheren Zeitpunkt, dann nämlich, wenn eine technische Entwicklung von der Industrie umgesetzt und eingesetzt und damit anwendbar gemacht wird. Hierzu bedarf es ethischer Kriterien, die konkret auf die modernen Entwicklungen bezogen sind und es bedarf eines Miteinanders von Fachleuten aus Entwicklung, Industrie, Anwendung und Ethik, die gemeinsam auf ganz konkrete Technikanwendungen, z.B. in Waffensystemen, schauen, um bereits in der Umsetzungsfrage für ethische Fragen und Problemstellungen Lösungen zu suchen.

Die Entwicklung solcher ethischen Kriterien geht uns alle an, da die Folgen uns alle betreffen. Es bedarf also darüber hinaus eines gesamtgesellschaftlichen Dialogs hierüber. Aber: Die technische Entwicklung macht nicht Halt. Notwendig ist deshalb, dass dieser Dialog auch Ergebnisse bringt, die dann angewendet werden können.

Regina Bomke

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Erste VTC des Sachausschusses Innere Führung

- Corona ist einfach immer im Weg.

Sachausschuss Innere FührungDer Sachausschuss Innere Führung (SachA InFü) wollte sich am letzten Wochenende (10.10.2020) erstmals wieder live und in Farbe in Berlin zu einer gemeinsamen Sitzung treffen. Doch die sich verschärfende Lage in der Hauptstadt machte diesen Planungen wenige Tage vor dem Termin einen Strich durch Rechnung. Kurzerhand wurde etwas gänzlich Neues ausprobiert. Das Programm der Sitzung wurde auf Wesentliches komprimiert und erstmals fand eine Sitzung eines Sachausschusses als Videokonferenz via Zoom statt. So konnte der SachA InFü das erste Mal seit Februar wieder gemeinsam als Gruppe inhaltlich arbeiten und mit dem Stellvertreter des Inspekteurs Luftwaffe, Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks auch einen hochkarätigen Referenten gewinnen, der interessante Impulse zum Thema „Digitalisierung und Führung“ setzte.

Ein Thema, welches angesichts der äußeren Lage wohl den SachA, die GKS und die gesamte Bundeswehr noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Im Anschluss stellte Oberstleutnant Tobias Brösdorf aus dem Verteidigungsministerium das Projekt „Innere Führung -heute“ vor, und brachte den SachA auf den aktuellen Sachstand, welche Ergebnisse und konkrete Umsetzungen die Befragungen der Truppe ergeben hat.

Auf dieser digitalen Sitzung konnte außerdem die Arbeit zum Thema Telearbeit/mobiles Arbeiten abgeschlossen werden. In Kürze wird hierzu unser Flyer erscheinen. Ein thematischer Schwerpunkt, der den Sachausschuss seit einem Jahr beschäftigt und mit dessen Beschäftigung wir aus heutiger Sicht den realen Entwicklungen deutlich voraus waren. Ein Vorsprung auf den der SachA gerne verzichtet hätte, aber moderne Zeiten erfordern moderne Lösungen. So bleibt nach der Premiere vom Wochenende festzustellen, ja die GKS kann auch modern und unter widrigen Bedingungen arbeiten, aber der gesamte SachA freut sich dennoch, sobald die Lage sich wieder entspannt, wieder persönlich zusammenzutreten.

Autor: Sebastian Kaup, Fähnrich zur See

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Bereich Süd wählt einen neuen Vorstand!

Jünger und weiblicher!
Frischer Wind, statt alter Wein in neuen Schläuchen!

Nur „fast“ (bedingt durch epidemische Lage im Jahr 2020) turnusgemäß führte die Gemeinschaft Katholischer Soldaten – Bereich Süd auf der Dekanatsarbeitskonferenz 1/2020, zu welcher der Katholische Leitende Militärdekan Artur Wagner vom Katholischen Militärdekanat München die Delegierten aus den Pfarrgemeinderäten und die Kreisvorsitzenden der Gemeinschaft Katholischer Soldaten sowie deren Bereichsvorsitzenden und dessen Stellvertreter vom 09.10.2020 bis zum 11.10.2020 ins Allgäuhaus Wertach eingeladen hat, die Wahl ihres Bereichsvorstandes durch, bei welcher Herr Leutnant Marcel Rost, der bereits bei den verschiedensten Veranstaltungen der GKS an entscheidender Stelle mitgewirkt hat und daraus resultierend, neben seinem theoretischen Wissen über den Verband, auch über einen soliden Erfahrungsschatz an der Basis/auf der Kreisebene der Gemeinschaft verfügt, zum neuen Vorsitzenden für den Bereich Süd gewählt wurde.

Vorstand Bereich Süd

Zu seinen Stellvertretern/zu seiner Stellvertreterin wurde Herr Oberstleutnant Hermann Hofer, Frau Leutnant Miriam Cieslar, Herr Stabsfeldwebel Werner Eickmann und Herr Oberstabsfeldwebel a. D. Reinhard Kießner gewählt, welche, wie bereits auch schon zuvor Herr Leutnant Marcel Rost, die Wahl dankend angenommen haben. Im Anschluss daran wurde Herr Stabsfeldwebel a. D. und Oberstabsfeldwebel d. R. Burkhard Küttner wieder zum Bereichsgeschäftsführer berufen, wodurch auch dieses immens wichtige Feld im Verband zur Zufriedenheit aller Anwesenden erneut mit einem äußerst verantwortungsbewusst handelnden Mitglied der Gemeinschaft besetzt werden konnte.

Nun folgten die Glückwünsche, der aktuellen Situation geschuldet natürlich ohne das gewohnte Händeschütteln bzw. den „Schlag“ auf die Schulter.

Vorstand Bereich SüdHier gratulierten, neben den Delegierten aus Baden-Württemberg und Bayern sowie deren Angehörigen, auch Herr Militärdekan Artur Wagner, Herr Militärdekan Alexander Prosche (Geistlicher Beirat der GKS auf Bereichsebene) und Herr Oberstleutnant Gereon Gräf (Vorsitzender des Katholikenrates beim Katholischen Militärbischof) den „frisch“ Gewählten und wünschten ihnen viel Glück, Erfolg sowie Gottes reichen Segen für deren Arbeiten und Wirken in der Katholischen Militärseelsorge und insbesondere in der Gemeinschaft Katholischer Soldaten.

Text: Hauptmann Stefan Nüßle, Vorsitzender GKS-Kreis München
Bild: Oberleutnant Theodor Forstner/Hauptmann Stefan Nüßle

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3. GKS-Online-Seminar

GKS / Berlin / Online-Seminar / Technik und ihre ethische Bewertung und Begleitung

 

Herzliche Einladung zum GKS-Online-Seminar

Technik und ihre ethische Bewertung und Begleitung – das geht uns alle an!


Alle Bereiche des Lebens auf dieser Erde, egal ob im Privaten oder im Beruf, im Nahbereich oder global gesehen, werden zunehmend von Technik bestimmt und durch sie geprägt. Dies bringt große Vorteile und großen Nutzen mit sich, birgt aber auch viele Gefahren.

Dabei ist Technik an sich ganz selten ausschließlich gut oder schlecht. Erst in ihrer Anwendung tritt diese Unterscheidung zutage.

Technik bedarf deshalb einer ethischen Begleitung und Einordnung, die sich sowohl mit der konkreten Technik, ihren „Chancen und Risiken“ und ihrem konkreten Einsatz befasst, die aber auch sehr grundsätzlich ein ethisches Gerüst für die Bewertung von Technik bietet. Dabei muss sich dieses ethische Gerüst permanent weiterentwickeln, da sich auch die Technik und ihre Anwendungen rasant und beständig fortentwickeln.

Was können wir aus unserem christlichen Glauben zu einem solchen Wertegerüst und der konkreten Anwendung auf den Einzelfall beitragen? Was ist besonders im Bezug auf techni-sche Anwendungen im Bereich militärischer Anwendungen zu beachten?

Wir freuen uns ganz besonders, dass der Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, uns bei diesem wichtigen Thema als Impulsgeber und Gesprächspartner zur Verfügung stehen wird. Denn als engagiertem Katholiken und Vertreter der katholischen Soldatinnen und Soldaten im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist es ihm ein Anliegen, den Glauben und daraus resultierende ethische Überzeugungen im-mer wieder mit unserem Leben und Alltag und besonders auch mit dem Beruf des Soldaten und den spezifischen Herausforderungen, die dieser mit sich bringt, in Verbindung zu setzen.

Generalleutnant Dr. Rieks wird einen Einführungsimpuls halten und danach wird viel Zeit sein, um miteinander über diese Thematik, die uns alle angeht, ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 13.10.2020 von 19.30 – 21.00 Uhr statt.

Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.

Um alles gut vorbereiten zu können, bitten wir um Anmeldung bis zum 12.10.2020, 8.00 Uhr unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Zeitgerecht vor der Veranstaltung wird Ihnen dann eine Mail mit den Zugangsdaten und weiteren Hinweisen zugesandt.

 

 

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Gerechtigkeit schafft Frieden

Von Josef König

Die zum Credo stilisierte Einsicht, dass „Gerechtigkeit Frieden schafft“, zählt zu den Grundüberzeugungen der Katholiken weltweit. Zugleich markiert dieses Credo einen zentralen und unwidersprochenen Baustein der Friedenslehre und Verkündigung der Päpste und des kirchlichen Lehramtes. Die Einsicht, dass Gerechtigkeit als ein wesentliches Werk zu einem Gelingenden eines irdischen Friedens zählt, geht auf die Dokumente des II. Vatikanischen Konzils und in Folge ihre weiteren lehramtlichen Vertiefungen zurück.

Der Friede, so heißt es im II. Vatikanischen Konzil und in den Verweisen auf biblische Quellen ist mehr als die Abwesenheit von Krieg oder das „Gleichgewicht entgegengesetzter Kräfte” (Gaudium et spes 77). Friede wird als „Werk der Gerechtigkeit” (Jesaja 32,17) und „Frucht der Liebe“ (Eph 2,14) verstanden. Es gilt, einen theologisch inspirierten Friedensbegriff mit dem eines politisch begründeten kompatibel zu machen. Neudeutsch wird dies als „anschlussfähig zu machen“ ausgedrückt, eine Aufgabe, die unter den sich laufend verändernden außen- und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen ihre Gültig- und Notwendigkeit besitzt.

„Von hoher theologischer und ethisch-moralischer Warte“

Die Kirche in Deutschland dokumentierte in zwei Hirtenworten ihre jeweilige Sicht auf den Frieden in der Welt, zwischen den Staaten und Völkern und mit einem besonderen Blick auf den Dienst des Soldaten. Am 18. April 1983 veröffentlichten die deutschen Bischöfe ein Hirtenwort mit gleichlautender Überschrift: „Gerechtigkeit schafft Frieden“. Die von Helmut Kohl (CDU) zu diesem Zeitpunkt geführte Bundesregierung bezog unmittelbar nach dem Erscheinen Stellung: „Das Hirtenwort nimmt von hoher theologischer und ethisch-moralischer Warte Stellung zum zentralen Problem unserer Zeit, der Wahrung und der Sicherung des Friedens in Freiheit“, so der Beginn der Stellungnahme der Bundesregierung.
Es wird vermutet, dass diese Einordnung des Hirtenwortes u. a. auf den 1991 verstorbenen Schweizer Priester und Bonner Professor für Moraltheologie Franz Böckle zurückgeht, der vor allem während der großen friedensethischen Debatte seit dem NATO-Doppelbeschluss von 1979 maßgeblicher Berater des Bundeskanzlers war. „Von hoher theologischer und ethisch-moralischer Warte“ – wer den Politjargon kennt, der weiß, was hinter einer solchen Formulierung steckt; bösartig könnte man sie so übersetzen: „Vergiss das, es ist nichts Praktisches“. Am 27. September 2000 wurde unter der Leitidee vom „Gerechten Frieden“ wegen grundlegender und folgenreicher Veränderungen der außen- und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen das Hirtenwort von 1983 fortgeschrieben, es ist seit 20 Jahren das grundlegende Dokument der deutschen Bischöfe mit Blick auf ihre friedensethische Gesamtschau und die Einordnung des Dienstes der Soldaten in dieser Perspektive.
Die Evangelischen Kirchen (EKD) schlossen sich der Idee vom katholisch vorformulierten „gerechten Frieden“ weitgehend an. Mir scheint, dass die Bereitschaft der Politik, sich auf eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Deutung der Perspektive der Kirche zur Frage eines „Gerechten Friedens“ nachgelassen hat. Anlässlich einer internationalen Abrüstungskonferenz im Vatikan „für eine atomwaffenfreie Welt und integrale Abrüstung“ im November 2017 verurteilte Papst Franziskus den Besitz von Atomwaffen sowie das fortdauernde globale Wettrüsten scharf. „Wenn man allein an die Gefahr einer versehentlichen Explosion als Folge irgendeines Fehlers oder Missverständnisses denkt, sind die Drohung mit Atomwaffen wie schon ihr Besitz mit Nachdruck zu verurteilen“, sagte er. „Ihr Besitz“ – das war eine Abkehr der bis dahin gültigen Friedenslehre der Kirche. Auch dies hatte, so hat es den Anschein, niemanden so richtig „vom Hocker gerissen“.
Wer verfolgt und reflektiert schon kirchliche Dokumente, die mit großer Akribie und Sachkompetenz erarbeitet werden, über das kirchliche Milieu hinaus? Der Heilige Vater durfte sich mit seinen Einlassungen zur nuklearen Rüstung der vorbehaltslosen Zustimmung der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi gewiss sicher sein. Aber um die geht es nicht vorrangig.

„Wir sind nicht mehr die großen Player“

Der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, lässt kaum eine Gelegenheit aus, der etablierten Politik in Deutschland das zu spiegeln, was aus Sicht der Kirche gesagt werden muss. Er tat dies sehr frühzeitig mit Blick auf die Beschaffung unbemannter bewaffneter Drohnen, die über ihre Funktion aufzuklären, hinausgehen. Ob es nachhaltige Wirkung zeigt, steht auf einem anderen Blatt. Antworten auf die nachlassende Wirkung der Kirche(n) auf Politik und Zeitgesehen gab unlängst der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg: „Wir sind nicht mehr die großen Player, die automatisch wahrgenommen werden.“ Ob dieses Eingeständnis weiterhelfen wird? Es bleibt abzuwarten, wie die etablierte Politik auf diese Selbstsicht der organisierten Katholiken reagieren wird. Sicher bin ich mir, dass der Synodale Weg über die binnen-kirchliche Selbstvergewisserung des eigenen Versagens im Skandal des sexueller Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz nicht folgenlos bleiben darf. Wer jedoch auf die Zeit des Vergessens setzen wollte, der versündigt sich erneut und sorgt mit dafür, dass Auffassungen der Kirche über Gerechtigkeit, den Krieg und den Frieden in die Bedeutungslosig- und Beliebigkeit abdriften werden.

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Die Ächtung der Atomwaffen als Beginn nuklearer Abrüstung

Stellungnahme des GKS-Sachausschusses Sicherheit und Frieden zum Positionspapier von Justitia et Pax

Für die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) ist das Positionspapier der Deutschen Kommission Justitia et Pax zur „Ächtung der Atomwaffen als Beginn nuklearer Abrüstung“ vom Juli 2019 ein wichtiger Beitrag zur sicherheitspolitischen Diskussion.
Die GKS weiß sich mit Justitia et Pax in dem Ziel einig, auf dem Weg zu einer friedlichen Welt Nuklearwaffen abzuschaffen. In gleicher Weise fordern auch wir, in der jetzigen instabilen Lage und nach Kündigung des INF-Vertrages neue Verhandlungen zu einer nuklearen Abrüstung zu initiieren und die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen zu verhindern.
Mit Justitia et Pax stimmen wir in der Bewertung überein, dass ohne Vertrauen keine Abrüstung zu erreichen ist.
Die GKS sieht aber keine Veranlassung, die 1983 in der Erklärung der deutschen Bischöfe „Gerechtigkeit schafft Friede“ vertretene und 17 Jahre später in „Gerechter Friede“ bestätigte Auffassung als obsolet zu betrachten, nach der die Strategie der nuklearen Abschreckung nur befristet und ethisch nur zusammen mit der Pflicht tolerierbar sei, mit allen Anstrengungen nach Alternativen zur Androhung zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen zu suchen.
Bei einer nüchternen Beurteilung der sicherheitspolitischen Lage ist festzustellen, dass in den vergangenen Jahren zunehmend Misstrauen und nicht Vertrauen in den internationalen Beziehungen zugenommen hat; siehe die russische Annexion der Krim und die Intervention in der östlichen Ukraine oder die nukleare Bedrohung durch Nordkorea.
Das größte Risiko für Deutschland in einer konventionellen Bedrohungslage ist die Abkopplung von den USA. Deutschlands, Europas, Japans und Südkoreas Sicherheit hängen von den USA und ihrer nuklearen Abschreckungsfähigkeit ab. Mit einer rein konventionellen Rüstung und mit nationalen Antworten wäre dieses Maß an Sicherheit nicht zu erreichen, vor allem vor dem Hintergrund der hybriden und asymmetrischen Bedrohung in unserer modernen Zeit. Vielmehr würde durch eine einseitig vollständige nukleare Abrüstung die internationale Lage noch instabiler und bewaffnete Konflikte dadurch wahrscheinlicher werden.

Die GKS ist der Auffassung, dass eine Ächtung der Nuklearwaffen derzeit nicht geboten ist

Folglich kann eine totale atomare Abrüstung nur Ergebnis einer politischen Entspannung sein und nicht an ihrem Anfang stehen. Vielmehr könnte sich angesichts der Tatsache, dass das nukleare Wissen in der Welt ist, eine solche sogar als Willkürhandeln begünstigend und damit ethisch falsch erweisen.
Die GKS ist daher der Auffassung, dass die bedingte Tolerierung der nuklearen Abschreckung mangels überzeugend die Wahrscheinlichkeit bewaffneter Konflikte reduzierender Alternativen weiterhin angemessen und eine Ächtung der Nuklearwaffen derzeit nicht geboten ist.
Eine Welt ohne Nuklearwaffen ist vorerst nicht zu erreichen. Dennoch ist dieses Ziel entschlossen im Auge zu behalten und die Energie darauf zu konzentrieren, durch Verhandlungen, vertrauensbildende Maßnahmen wie Rüstungskontrolle und der Verlängerung bestehender Verträge (z. B. „NEW START“) sowie konkrete Abrüstungsschritte in Einzelbereichen zu erzielen, um nicht in die Falle eines neuen Rüstungswettlaufes unbekannten Ausmaßes zu geraten.
Bis zum Erreichen einer nuklearfreien Welt sollte in dem Bereich nuklearer Sicherheit tätigen Menschen und Staaten nicht die moralische Integrität abgesprochen, sondern sie in ihren differenziert-anspruchsvollen Bemühungen unterstützt werden, den Frieden in der Welt zu erhalten und zu stärken.

Erläuterungen zum Positionspapier von „Justitia et Pax“

Die nukleare (Ab-)Rüstung markiert einen zentralen Bestandteil der friedensethischen Debatten des 20. und 21. Jahrhunderts. Gerade in Deutschland war die Furcht vor der immensen Zerstörungskraft nuklearer Waffen stets präsent, weil das geteilte Deutschland ein potenzielles Einsatzgebiet während des Kalten Krieges war. Doch die Fragen um die Notwendigkeit solcher Waffensysteme sowie deren ethische und rechtliche Beurteilung bewegen nicht nur die Menschen in Deutschland, sondern weltweit.
Wiederholt hat sich daher die katholische Kirche der nuklearen Bedrohung zugewandt. So betonen die deutschen Bischöfe in ihrem Hirtenwort „Gerechter Friede“ aus dem Jahr 2000 die damalige friedenstheologische Position, „dass die Strategie der nuklearen Abschreckung nur befristet und verbunden mit der Pflicht, mit allen Anstrengungen nach Alternativen zur Androhung von Massenvernichtungswaffen zu suchen, ethisch toleriert werden könne“. (Gerechter Friede 2)
Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen und neuerer päpstlicher Äußerungen hat die Deutsche Kommission „Justitia et Pax“ diese Position einer kritischen Überprüfung unterzogen. Sie kommt zu dem Schluss, dass die bedingte Zustimmung zum Besitz von Atomwaffen ethisch nicht mehr zu rechtfertigen sei. Der Einsatz für eine friedliche Welt verlangt viel mehr eine internationale Ächtung von Atomwaffen und eine gemeinsame Abrüstung.

Mehr Informationen:
Die Ächtung der Atomwaffen als Beginn nuklearer Abrüstung.: https://www.justitia-et-pax.de/jp/publikationen/pdf/guf_137.pdf

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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben –

und so gilt: Akademie Oberst Dr. Helmut Korn – Fortsetzung folgt in 2021

GKS / Berlin 

Seit 1987 führt die Gemeinschaft Katholischer Soldaten in der Regel alle zwei Jahre die Akademie Oberst Dr. Helmut Korn als ihre Bildungsveranstaltung durch. Sie verfolgt damit die Absicht, insbesondere junge Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgrade zum persönlichen Nachdenken über die ethischen Grundlagen des Soldatenberufes anzuregen. Für den verantwortlichen Umgang mit Umgang mit Gewaltmitteln, wie er vom Soldaten zu fordern ist, sind Kenntnisse zu erwerben, die zur Urteilsfähigkeit führen. Ein solches Ziel ist zeitlos und nie wirklich abschließend erreicht. So sind z.B. neue technologische Möglichkeiten zugleich neue Herausforderungen für die eigene, ethisch fundierte Auseinandersetzung.

Dieser Aufgaben will sich die GKS auch in der Zukunft weiterhin stellen, der Bedarf erscheint uns ungebrochen. So war in diesen Tagen die Durchführung der nächsten Akademieveranstaltung in Würzburg vorgesehen. Schon im Frühjahr wurde deutlich, dass auch diese Veranstaltung Coronabedingt nicht durchführbar sein würde. Sie wurde daraufhin in das Folgejahr verschoben und ist jetzt für den Zeitraum 07. – 10.11.2021 in Leitershofen (Nähe Augsburg) vorgesehen. Dass diese Planung unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Coronalage steht, erklärt sich von selbst.

Unter dem Leitthema „Handeln braucht Ordnung? – Soldat in neuer Welt!“ wollen wir uns dann mit aktuellen Herausforderungen für jede Soldatin und jeden Soldaten sowie den Grundlagen für eine eigene Positionierung auf soziologischer, ethischer und weiterer Grundlage auseinandersetzen. Dabei werden Fragen wie „Wie geht der Mensch mit Veränderung um?“ und „Welche Anhalte können für ein Leben in Veränderungen gelten?“ behandelt werden. Nach grundlegende Beiträgen soll dabei vor allem das Gespräch untereinander angeregt werden, da es um den jeweils persönlichen, aktiven Umgang mit Veränderungen in allen Lebensfeldern der Einzelnen gehen wird.

Eine solche Veranstaltung lebt natürlich nicht ausschließlich von fundierten Vorträgen, sondern ganz entscheidend vom Interesse und der aktiven Mitwirkung der Teilnehmenden. Das wird auch im nächsten Jahr so sein und so wird die Veranstaltung angelegt. Daher sollten sich alle Interessierten schon jetzt den Termin vormerken und mit dem Durchführungsteam darauf hoffen, dass wir dann über Corona als unvorhersehbare Veränderung sprechen und nicht mehr so weitgehend beeinflusst werden, wie es noch immer der Fall ist.

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Teilnahme und interessante Begegnungen!

Rüdiger Attermeyer

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In den Weinbergen von Mayschoß und auf der Saffenburg

GKS / Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler / Rotweinwanderweg nach Mayschoß

Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) Bad Neuenahr-Ahrweiler/Grafschaft in den Weinbergen von Mayschoß und auf der Saffenburg.

Der Rotweinwanderweg nach Mayschoß bot den Wanderern der GKS herrliche Wege durch die Weinlagen, wunderschöne Aussichten auf die Saffenburg und Sonne satt im Spätsommer.
Auf der Terrasse des Michaelishofes konnte die Wahl des Vorstandes durchgeführt werden. Der alte Vorstand mit Oberst Bernhard Schneider und Stabshauptmann a.D. Michael Wilke an der Spitze wurde im Amt bestätigt.
Eine kleine Andacht in der Kirche St. Nikolaus und Rochus endete mit dem Gebet der GKS um Beistand des hl. Geistes.
Gestärkt konnte der steile Anstieg zur Saffenburg bewältigt werden. Sie ist die älteste Burg im Ahrtal, heute eine Ruine auf 253m mit herrlichem Blick auf das Ahrtal und die Berge der Eifel.

Text. M. Wilke

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Auf gemeinsamen Wegen

GKS / Berlin / Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS)

Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) und die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS) in Österreich haben sich entschlossen, eine Partnerschaft einzugehen. Es sind die gemeinsamen Intentionen der Königsteiner Grundsätze und der Leitlinien der AKS, das gleiche Selbstverständnis sowie die gleichen Problemlagen der katholischen Soldaten beider Länder in Dienst, Gesellschaft und auch Kirche, die diese Partnerschaft ermöglicht.

Als am 15. Oktober 1956 die ersten Rekruten zum österreichischen Bundesheer (ÖBH) einrückten, traten auch die ersten vier katholischen Militärseelsorger ihren Dienst an. Das waren nicht viele, sodass sich bald Soldaten aller Dienstgrade zusammengefunden haben und sie unterstützten. Damit war der Grundstein für die heutige „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten“ (AKS) gelegt. Die Gründungsinitiative setzte im Jahre 1962 Generalmajor Dipl.-Ing. Friedrich Janata . Die konstituierende Sitzung fand dann am 28. Februar 1969 in Wien statt. Das Statut des Militärordinariates der Republik Österreich vom 21. März 1989 bezeichnet die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten als die „Katholische Aktion im Jurisdiktionsbereich des Militärbischofs“. Das Pastoralkonzept der römisch-katholischen Militärseelsorge vom September 2005 zählt die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten ausdrücklich zu den Trägern der Militärseelsorge. Sie ist im Katholischen Laienrat Österreichs vertreten, unterhält internationale Kontakte und engagiert sich vor allem im Apostolat Militaire International (AMI). Zwischen der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten und der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Soldaten (AGES) im österreichischen Bundesheer besteht seit jeher eine gute Zusammenarbeit.

Unser Selbstverständnis

Heute ist die Gesellschaft oberflächlich geworden. Egoismus, Werteverfall, Gewinnstreben und Leistungsdruck stehen im Vordergrund. Der Mensch scheint zweitrangig. Das Leben als solches steht zur Disposition. Für Glauben, Frömmigkeit und Frohbotschaft scheint nur wenig Platz zu sein. Vor allem bei der Jugend, aber auch bei den Älteren, führt das zu großer Verunsicherung und der Frage, nach dem Sinn ihres Lebens. Viele werden damit nicht fertig, betäuben sich mit Drogen oder flüchten in den Suizid. Es gibt aber immer noch viele, die: Orientierung für ihr Leben suchen, aber noch nicht auf den Glauben gestoßen sind,
diesen Glauben suchen, ihn aber nicht wirklich finden können und
an Gott glauben, diesen Glauben aber nicht vertreten können.

Indem die Angehörigen der AKS „Das Wort Gottes glaubhaft vorleben und vermitteln“, wollen sie ihnen helfen und die Suchenden für den Weg des Glaubens gewinnen als Antwort auf ihre Sinnfrage. Die AKS versteht sich daher als eine Gemeinschaft katholischer Soldaten, die dem christlich-katholisch orientierten Soldaten in Beruf und Ruhestand Heimat bieten, in Lebensfragen beistehen und den christlichen Glauben als Lebensorientierung näher bringen will. Sie möchte Partner sein auf der Suche nach Gott. Die Eucharistie ist hierbei das zentrale Element, Gebet und Schrift die Grundlage.

Unsere Ziele und Aufgaben

Ziel der AKS ist die Verbreitung und Vertiefung christlichen Glaubens unter den Angehörigen des Bundesheeres. Ihr Wirken orientiert sich am „Dekret über das Apostolat der Laien“ des II. Vatikanischen Konzils. Seitens des Militärbischofs handelt die AKS nach dem Prinzip der Subsidiarität in Eigenverantwortlichkeit, jedoch im Einklang mit den pastoralen Leitlinien. Vorwiegende Aufgabe ist das aktive Engagement im Rahmen der katholischen Militärseelsorge und der pastoralen Betreuung der Soldaten und Angehörigen des Bundesheeres.
Die wichtigsten Anliegen sind die religiöse Fortbildung, das Vermitteln und Vorleben des katholischen Glaubens im Dienstbetrieb, die Vereinbarkeit von Dienst und Familie und die Erhaltung und Entfaltung christlichen Lebens im ÖBH: „Gott seinen Platz im Heer einräumen!“
Darüber hinaus gilt es, christliche Wertvorstellungen und Normen sowie mehr Gerechtigkeit und Nächstenliebe im ÖBH zu verwirklichen und das Verständnis für die ethische Berechtigung des Dienstes als Soldat in der Öffentlichkeit und in der Kirche zu begründen. Frieden und Friedenssicherung, Grundfragen einer gerechtfertigten Verteidigung, die ethischen Grenzen des Einsatzes von Gewalt und Menschenrechte sind ebenfalls zentrale Themen für die Arbeitsgemeinschaft.

Unsere Organisation

Die Organisation der Arbeitsgemeinschaft folgt der Diözesanstruktur der katholischen Militärseelsorge. Bei jeder Dekanats- und Militärpfarre besteht eine Arbeitsgemeinschaft, der bis zu 30 Mitglieder angehören und die den AKS-Ausschuss des Militärpfarrgemeinderates (MPGR) bilden. Die Vorsitzenden der einzelnen AKS-Ausschüsse und die geschäftsführenden Vorsitzenden der MPGR bilden den Hauptausschuss, der gewöhnlich zweimal jährlich zusammentritt. Er ist das eigentliche Leitungsgremium und vor allem für die Beschlussfassung über die Schwerpunkte der Laienarbeit zuständig. Den Vorsitz im Hauptausschuss führt der Präsident, ihm zur Seite steht das Präsidium mit zwei Vizepräsidenten, dem geistlichen Assistenten und dem Generalsekretär.

Tätigkeit der AKS ist Dienst

Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Auf Anordnung des Bundesministers für Landesverteidigung gilt ihre Tätigkeit als Dienst: „Die AKS erfüllt im Rahmen der römisch-katholischen Militärseelsorge wesentliche Aufgaben zur Unterstützung und pastoralen Betreuung der Angehörigen des Militärordinariates. Ihre Tätigkeit liegt im Interesse des österreichischen Bundesheeres und der Heeresverwaltung und ist Dienst. Die Kommandanten und Dienststellenleiter haben den Organen der AKS jede erforderliche Unterstützung zu gewähren und ihnen in der Erfüllung ihrer pastoralen Aufgaben behilflich zu sein.“ (28. Katholische Militärseelsorge; Statut der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten im Bundesheer – Fassung 2011, Erlass vom 28. Februar 2011, GZ S90594/15-Präs/2011, BMLVS VBl.I 28/2011, WIEN 16 03 2011)

Grundlage für eine Partnerschaft

Dazu zwei Aussagen: „Wir sind Kirche mit und unter den Soldatinnen und Soldaten. Wir sind gemeinsam unterwegs mit den Soldatinnen und Soldaten, um zu zeigen: Sie gehören zur Kirche und die Kirche ist bei ihnen. Gemeinsam unterwegs sein heißt, nicht nur zusammen eine Wallfahrt zu unternehmen oder miteinander einen Auslandseinsatz zu erleben, sondern in Gemeinschaft nach Gott zu suchen und den Weg des Glaubens zu gehen.“ (Zitat aus den Leitsätzen der Katholischen Militärseelsorge der Deutschen Bundeswehr)
„So wichtig Priester und Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten in der Seelsorge sind, so sehr ist doch der Grundauftrag jedes katholischen Christen vor Ort, selbst für die Einsichtigkeit des Glaubens Zeugnis zu geben, das das Leben aufzuschlüsseln und zu gestalten hilft. Wenn dies nicht in den Kasernen, in den konkreten alltäglichen Herausforderungen, in den Einsätzen im Ausland geschieht, geht eine wesentliche Lebensquelle des Christseins und einer glaubwürdigen Kirche verloren.“ (Militärbischof von Deutschland Dr. Franz-Josef Overbeck in einer Predigt anlässlich des Pontifikalamtes im Hohen Dom zu Fulda und dem Festakt „50 Jahre Königsteiner Offizierskreis und Gemeinschaft Katholischer Soldaten“ am 8. November 2011, bei dem eine hochrangige österreichische Delegation der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten zu Gast war.)
Diese von seiner Exzellenz dem deutschen Militärbischof in Bezug auf die GKS vermittelte Botschaft, lässt sich deckungsgleich auch auf das österreichische Pendant, die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS) ummünzen. GKS und AKS sind Partner indem sie:


„Das Wort Gottes glaubhaft vorleben und vermitteln“

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Das Wort Frieden im Islam

Artikel erschienen im AUFTRAG 306, S. 42 - 45

Frieden ist ein Wunsch, den jeder Mensch, der auf dieser Erde lebt, sich wünscht. Der Frieden schließt Individuen, Gesellschaften und Völker ein. Im Quran wurde das abgeleitete Wort „Frieden“ in mehr als achtzig Versen bei verschiedenen Gelegenheiten erwähnt. Die Bedeutungen beziehen sich auf verschiedene Themen wie Reinheit des Herzens, menschliche Zusammenarbeit, innere Ruhe und innere Sicherheit. Das Wort Frieden wurde im Quran insgesamt 42 Mal erwähnt. Es leitet sich in der arabischen Sprache aus dem Wort „Sa-li-ma“ ab, was Frieden, Friedensgruß, Unversehrtheit, Hingabe und Ergebenheit, Versöhnung und frei von jedem Mangel bedeutet.

 

Al Nour w(C) Islamisches Zentrum Al-Nour

Das Islamische Zentrum Al-Nour, auch bekannt als Al-Nour Moschee, wurde 1993 gegründet und ist seit 2019 im Stadtteil Hamburg-Horn zuhause.
Die Al-Nour Moschee grenzt sich zu den meisten anderen islamischen Gemeinden durch die kulturelle Vielfalt seiner Besucher ab. Die Gläubigen, welche die Moschee besuchen, stammen aus über 30 Nationen und bestimmen den weltoffenen Charakter des Zentrums. Neben Arabern aus dem Nahen Osten und Nordafrika zählen ebenso Schwarzafrikaner sowie Asiaten von Afghanistan bis Indonesien und Deutsche zu den regelmäßigen Besuchern.
Alle Aktivitäten werden entweder in deutscher Sprache angeboten oder ins Deutsche übersetzt.
Die angesprochene Vielfalt zeigt sich nicht nur in der kulturellen Herkunft, sondern auch in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, aus denen die Gemeindemitglieder stammen. Außer Studenten und einfachen Arbeitern besuchen ebenso Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure und Kaufmänner die Al-Nour Moschee.
Regelmäßig werden Moscheeführungen für Schulen, interessierte Personengruppen, aber auch für Behörden und Studentengruppen der Universität gehalten.
Das Islamische Zentrum ist Mitglied des Zentralrats der Muslime in Deutschland Landesverband Hamburg. Der Vorstandsvorsitzende unserer Gemeinde, Herr Daniel Abdin, ist gleichzeitig der Vorstandsvorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland Landesverband Hamburg.

 

 

„Die Vielfalt ist eine von Gott gewollte Sache“

Der Frieden „As-Salam“ ist einer der Namen Gottes im Islam. Und Frieden „As-Salam“ ist der Gruß zwischen den Muslimen und Sicherheit für Andere. Im Quran heißt es: „Oh ihr Menschen, wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und wir haben euch zu Völkern und Stämmen zusammengeführt, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss, der Geehrteste von euch bei Gott ist der Frömmste von euch.“ (49:13)
Die Vielfalt ist eine von Gott gewollte Sache. Ziel ist, dass man sich kennenlernt und voneinander profitiert und sich gegenseitig bereichert.

Wir lesen im Quran, dass Jesus – Friede sei mit ihm – über Frieden folgendes sprach: Er (Gott) hat mich gütig meiner Mutter gegenüber gemacht. Und er hat mich weder gewalttätig noch unglücklich gemacht. Und der Friede sei auf

mir am Tag, da ich geboren wurde, und am Tag, da ich sterbe, und am Tag da
ich wieder zum Leben auferweckt werde.“ (19:32)

Zum Propheten Muhammad – Friede sei mit ihm – heißt es: Und wir haben dich nur als eine Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt. (21:107)

Überall dort, wo Frieden herrscht, werden Kriege und Groll unter den Menschen verabscheut. Es gibt Trost, Ruhe, Freiheit, Liebe und Zuneigung unter den Völkern, unabhängig von ihren unterschiedlichen Überzeugungen, Hautfarben und Sprachen. Sie gehören einem Ursprung an. Sie sind Geschwister in der Menschheit. So heißt es im Ausspruch des Propheten Muhammad: „Ihr alle seid von Adam, und Adam ist aus Erde. Es gibt keinen Vorzug für einen Araber vor einem Nicht-Araber, außer durch die Frömmigkeit.“

Darüber hinaus gehört die Einhaltung von Verträgen, die Verhinderung von Aggressionen, die Bevorzugung des Friedens gegenüber dem Krieg, die Schaffung von Gerechtigkeit sowie die Abwendung von Ungerechtigkeit zu den Grundregeln für die Erreichung des Friedens zwischen Völkern und Gesellschaften.

Niemand darf das Recht eines Menschen verletzen, und niemand darf den anderen unterdrücken. Der Islam versucht, die islamische Nation zu stabilisieren, genauso wie er die muslimischen Beziehungen zu anderen Nationen stabilisieren möchte.
Wir nehmen den Gesandten als Beispiel für das Erreichen von Frieden und Sicherheit in Medina nach seiner Auswanderung dorthin. Er schloss zuerst einen Vertrag zwischen gläubigen Einwanderern und ansässigen Muslimen, dann zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in Medina.
Zu dem Inhalt gehörte, dass jeder seine Religion ausüben konnte. Die Muslime haben ihre Religion, so wie Juden und Christen ihre Religion haben. So konnte der Prophet Muhammad den Frieden in der dortigen Gesellschaft aufbauen.

 

Der Autor:

Imam Samir El-Rajab ist Imam im Islamischen Zentrum Al-Nour, auch bekannt als Al-Nour Moschee. Er hat eine intensive islamisch-theologische Ausbildung absolviert. Seine Hochschulreife erlangte er 1992 auf der weltweit bekannten und zur Azhar-Universität angegliederten Azhar-Schule in Beirut. Im Anschluss begann er ein vierjähriges islamwissenschaftliches Studium an der Universität von Beirut. Das Studium schloss er mit einer zweijährigen Magisterarbeit ab. Die Tätigkeit als Imam, insbesondere das Halten der Freitagspredigt, begann er schon im Laufe seines Studiums. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

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