Gedenken an den zivilen und militärischen Widerstand im „Dritten Reich“!

GKS / Kreis München / Juli 2019

Am 15. Juli, genau fünf Tage vor der 75. Jährung des von Claus Schenk Graf von Stauffenberg verübten Attentates auf Adolf Hitler, fand in der Ludwig-Maximilians-Universität in München eine Veranstaltung statt, die dem Thema „Weiße Rose: Ethik des Widerstands – gestern und heute“ gewidmet war und an der neben zahlreichen Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen auch der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr teilnahm, der kurz nach Beginn einen Strauß weiße Rosen am Mahnmal der Widerstandsgruppe im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität niederlegte und danach mit den Anwesenden im Gebet innehielt.

 

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Im Anschluss konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann die Stelle im zweiten Stock besichtigen, von welcher aus Sophie Scholl die Flugblätter, die zuvor auch schon vor den Hörsälen und in den Gängen ausgelegt worden waren, über die Brüstung in den Lichthof der Münchener Universität warf, wobei sie und ihr Bruder entdeckt und anschließend festgenommen wurden. Jetzt folgte eine Führung durch die DenkStätte, dem zentralen Erinnerungsort zur Geschichte des studentischen Widerstands der Weißen Rose. Dort wird im Rahmen einer Dauerausstellung insbesondere über die einzelnen Aktionen der Gruppe sowie über die Inhalte der Flugblätter informiert.

 

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Der zweite Teil der Veranstaltung fand dann an der Hochschule für Philosophie statt, wo nach der Begrüßung der Gäste durch Prof. Dr. Markus Vogt (Ludwig-Maximilians-Universität München) und durch Dr. Veronika Bock (Direktorin des zebis) in der dortigen Aula Generalstabsarzt Dr. Gesine Krüger (Kommandeurin der Sanitätsakademie der Bundeswehr) in ihrem Grußwort sowie der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck in seinem Impulsvortrag auf das Thema eingingen, bevor eine äußerst interessante Podiumsdiskussion folgte. An dieser nahmen neben Prof. Dr. Markus Vogt und dem Katholischen Militärbischof auch Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher (Präsident der Hochschule für Philosophie), Prof. Dr. Ulrich Schlie (ehemaliger Abteilungsleiter Politik im Bundesministerium für Verteidigung), PD Dr. Barbara Schellhammer (Hochschule für Philosophie München) und Berthold Goerdeler (Enkel des damaligen Leipziger Oberbürgermeisters und Widerstandskämpfers Carl Friedrich Goerdeler) teil.

 

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Beim anschließenden Empfang gab es dann noch ausreichend Gelegenheit zum Austausch, welche auch ausgiebig genutzt wurde.

Als abschließende Bereicherung der uneingeschränkt gelungenen Veranstaltung wurden den Gästen noch Auszüge aus der Oper „Weiße Rose“ von Udo Zimmermann präsentiert, die sich dem Thema künstlerisch annäherten.

Außer mit dem zivilen Widerstand im „Dritten Reich“ befasste sich der GKS-Kreis München auch noch intensiv mit dem militärischen Widerstand gegen das NS-Unrechtsregime, insbesondere im Rahmen des Besuches der Sonderausstellung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr. Diese 22 Plakate umfassende Ausstellung wird seit einigen Wochen im Erdgeschoss des Stabsgebäudes des Landeskommando Bayern präsentiert. Die Fotocollagen versetzten die Besucher in das Jahr 1944 zurück und vermitteln ihnen einen Eindruck von der militärischen, gesellschaftlichen und politischen Lage des Deutschen Reiches im Jahr vor der Kapitulation. Mitunter werden die Besucher so auf direkte Weise mit der Frage „wie hätte ich damals gehandelt?“ konfrontiert, was durchweg zu einem vertieften Nachdenken anregt, einem Nachdenken über den Widerstand, welches hoffentlich für alle Zeit omnipräsent bleibt.

 

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Text: Hauptmann Stefan Nüßle, Vorsitzender GKS-Kreis München

Bilder: Hauptmann Thomas Kreil

Hauptmann Stefan Nüßle

Stabsfeldwebel Steffen Göllnitz

 

 

Bildlegenden:

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Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zum Gedenktag, den das zebis und die Hochschule zusammen mit den Kooperationspartnern (Katholische Militärseelsorge, Ludwig-Maximilians-Universität München, Sanitätsakademie der Bundeswehr München, Weiße Rose Stiftung und der Stiftung Kulturelle Erneuerung) organisiert hatten.

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Dr. Hildegard Kronawitter, die Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e. V., führte eine der Gruppen durch die DenkStätte Weiße Rose am Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität in München, die ein zentraler Erinnerungsort zur Geschichte des studentischen Widerstands der Weißen Rose ist.

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Generalstabsarzt Dr. Gesine Krüger (Kommandeurin der Sanitätsakademie der Bundeswehr) richtet ein Grußwort an die Anwesenden.

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Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion.

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Der Vorsitzende der Gemeinschaft Katholischer Soldaten – Kreis München, Hauptmann Stefan Nüßle, Prof. Dr. Ulrich Schlie, Berthold Goerdeler, Leitender Militärdekan Artur Wagner und Oberstleutnant Gereon Gräf, Vorsitzender des Katholikenrates beim Katholischen Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr.

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Der zweite stellvertretende Vorsitzende Oberstabsgefreiter Thomas Röhling, der erste stellvertretende Vorsitzende Leutnant Theodor Forstner und der Vorsitzende des GKS-Kreises München, Hauptmann Stefan Nüßle, besuchten die Plakatausstellung der Bundeswehr.

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