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Eine der Fragen der Tage auf dem Katholikentag:
Wie hoch darf der Preis der Freiheit sein?

Unter dem Titel „Wie hoch darf der Preis der Freiheit sein? – Zwischen Friedensutopie und Säbelrasseln“ luden die Deutsche Sektion Pax Christi und die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) am Freitagnachmittag zum Werkstattgespräch. Viele folgten der Einladung, so dass der Raum bereits vor der Veranstaltung voll besetzt war und kein weiterer Einlass mehr gewährt werden konnte.


Die Bundesvorsitzenden Odilo Metzler (Pax Christi) und Oberstleutnant Ulrich Schäffer (GKS) standen bereit, um dieser Frage aus der Sicht ihres Verbandes nachzugehen und vor allem mit den Anwesenden ins Gespräch darüber zu kommen.

„Was ist für Sie Freiheit? Geht Freiheit ohne Frieden?“ mit dieser Frage eröffnete Oberstleutnant Dr. Nora Bach-Sliwinski, die durch die Veranstaltung führte, die Diskussion.

Freiheit als die Möglichkeit, selbstbestimmt zu leben—innerhalb von Grenzen, die das Zusammenleben mit anderen ermöglichen, definierte man gemeinsam und war sich damit rasch einig, dass Freiheit ohne Frieden nicht denkbar, aber auch echter Frieden ohne Freiheit nicht möglich sei. Freiheit und Frieden seien dabei kein Zustand, den es einmal zu erreichen gelte und der dann bliebe, sondern müssten immer neu errungen werden. Die lange Zeit des Friedens in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges habe dies vielfach in Vergessenheit geraten lassen. Friede, Freiheit, Sicherheit wurden zu Selbstverständlichkeiten, die scheinbar keinen Preis mehr hatten, sondern einfach da waren. Spätestens der völkerrechtswidrige Überfall auf die Ukraine entlarvte diese Annahme als irrig. Was tun? sei seitdem die Frage, auf die sehr unterschiedlich geantwortet würde.

Alle im Saal waren sich einig, dass ein gewisses Maß an militärischer Stärke, die eine glaubhafte Verteidigung möglich mache, notwendig sei, dass es aber auch um die Fortsetzung und evtl. sogar die Steigerung der diplomatischen Bemühungen gehe. Wo liegt das rechte Maß? Braucht erfolgsversprechende Diplomatie nicht den Willen zur Lösung auf beiden Seiten? Kann dieser Wille durch militärischen Druck erhöht werden? Wie notwendig und erfolgsversprechend ist soziale Verteidigung? – Viele Fragen, ein großer gemeinsamer Wunsch nach Frieden und Freiheit und die gemeinsame Überzeugung: Frieden und Freiheit gehen uns alle an und müssen errungen werden. Erste Voraussetzung dafür sei, dass viele miteinander, als Menschen in Kirchengemeinden, in Verbänden und Kommunen ins Gespräch darüber kämen, was Frieden und Freiheit heißt, wie sie gestärkt werden könnten, um dann auch die Frage nach dem Preis, den wir als Einzelne und als Gesellschaft bereit seien zu zahlen, anzugehen.

Das sei eine Aufgabe, die uns alle anginge und in der Kirche aktiv werden könne und müsse, denn Kirche könne einen gesellschaftlichen Raum darstellen, in dem strittig und hart in der Sache, aber konstruktiv und unter Achtung jeder Person und ihrer Würde, um den richtigen Weg gerungen würde.

Bilder: GKS

 

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